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Startseite Magazin Im Brennpunkt Gefährdet: Die letzten Adria-Delphine

Gefährdet: Die letzten Adria-Delphine

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delphin_1.jpgKroatien besitzt einen außergewöhnlichen Naturschatz: die letzten Delphine der Adria. Nur eine Art lebt heute noch ständig dort: der aus Delphinarien und der Fernsehserie "Flipper" bekannte Große Tümmler oder "Gute Delphin" (Dobri Dupin) auf Kroatisch. Die "Adria-Delphine" halten sich das ganze Jahr über nahe der kroatischen Küste und Inseln auf, meist weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt. Ihr Bestand wird auf nur etwa 220 Tiere geschätzt und so können Gefahren, ob natürlich bedingt oder durch menschlichen Einfluss, für diese kleine Population schnell das Aus bedeuten.

 

Rückgang der Delphinbestände

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifang-Tod in Fischernetzen und direkte Tötung haben die Delphinbestände in der Adria zusammenbrechen lassen, in der einst Tausende Delfine und mehrere Arten lebten. Auch heute sterben noch etwa 50 Prozent der Meeressäuger durch menschlichen Einfluss. Die Tiere ertrinken in Fischernetzen, sterben an den Folgen von verschluckten Netzteilen oder Plastiktüten oder kommen durch den illegalen Einsatz von Dynamit zum Fischfang ums Leben. Sogar Schusswunden wurden an Delfinen entdeckt.

 

Erstes deutsch-kroatisches Delphin-Schutzprojekt

Um die letzten "Adria-Delfine" vor dem Aussterben zu retten, setzt sich die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) u.a. für die Einrichtung eines oder mehrere Schutzgebiete ein. Hierfür müssen die für Vermehrung und delphin_2.jpgErnährung der Adria-Delphine wichtigen Gebiete durch regelmäßige Patrouillenfahrten, Bestandszählungen und Fotoidentifikation lokalisiert werden. Erst wenn diese Daten vorliegen, wird die kroatische Regierung entsprechende Schutzgebiete ausweisen. Das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" wurde 1999 von der GRD gemeinsam mit Tierärzten der Universität Zagreb unter Leitung von Prof. Dr. Hrvoje Gomercic gegründet. Schon in den 1980er Jahren haben sich die kroatischen Wissenschaftler auf Meeressäuger spezialisiert und maßgeblich zu dem seit 1995 bestehenden Delfinschutzgesetz beigetragen. Doch mangels Finanzen waren sie auf Laborarbeit, also der Untersuchung von toten Delfinen, beschränkt.

 

Adria-Projektboot

Mit der Übergabe des ersten GRD-Patrouillenbootes und weiterer Ausrüstung im Juni 2000 konnten die kroatischen Tierschützer endlich mit der wichtigen Feldarbeit beginnen und sind somit jetzt auch in der Lage, lebdelphin_3.jpgend gestrandete oder in den zahlreichen Buchten der kroatischen Adria und den Flussmündungen verirrte Wale und Delfine zu retten. Das Gemeinschaftsprojekt steht unter der Schirmherrschaft des kroatischen Umweltministeriums und richtet sich nach den Vorgaben des internationalen Schutzabkommens für Cetaceen im Schwarzen Meer und Mittelmeer ACCOBAMS (Agreement on the Conservation of Cetaceans of the Black Sea, Mediterranean Sea and Contiguous Atlantic Area), das von Kroatien im Jahr 2000 ratifiziert wurde und seit Juni 2001 in Kraft ist.

 

GRD, Ulrike Kirsch

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