Bootsmarkt - BestBoats24

Banner

Social Bookmarks

MyTagz Misterwong OneviewAlltagz Linkarena Yigg Delicious Technorati Furl Yahoo_myweb Google_bmarks Blinklist Magnolia Windows_live Digg Netscape Stumbleupon Newsvine Reddit MySocialBookmark Tailrank Spurl Social Bookmark Script 

Google Page Rank

My Google Page Rank

Sie sind hier: 

Startseite Magazin Im Brennpunkt Swath-Technologie: Ruhige Fahrt bei grossen Wellen

Swath-Technologie: Ruhige Fahrt bei grossen Wellen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

silver_cloud_swath.jpgDamit ihre Schiffe möglichst wenig stampfen und rollen, setzen Lotsen und Militärs seit Langem auf die "Swath"- Technologie. Nun hat ein reicher Amerikaner sich das erste private Swath-Boot bauen lassen, weil seine Frau sonst immer seekrank wird Strahlend schauen Alexander und Renate Dreyfoos auf den Atlantikswell, der sich vor ihnen auftürmt. Normalerweise müsste sich der Amerikaner um seine Frau sorgen - furchtbar schnell wird sie seekrank. Normalerweise. Denn auf ihrer neuen Yacht, der "Silver Cloud", macht sich die See nur durch ein Zucken bemerkbar - vergleichbar dem sanften Zittern eines ICE.

 

 System ähnlich wie beim Katamaran

Ähnlich wie bei einem Katamaran schweben die Aufbauten der "Silver Cloud" auf Stelzen über den Fluten. Die beiden Auftriebskörper, die das Deckhaus tragen, tauchen unter den Wellen hindurch. Das lässt die "Silver Cloud" ruhig in der See liegen. Bislang war diese Small Waterplane Area Twin Hull bzw. (Swath)-Technologie Militärschiffen oder Lotsen vorbehalten. Gebaut wurde das 41 Meter lange Schiff bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder bei Bremen. "A&R hat bislang 16 Schiffe dieser Art gebaut oder in Auftrag", sagt Klaas Spethmann, Geschäftsführer und geistiger Vater des Swath-Prinzips.

 

 Grosses Platzangebot

Doch zurück auf die "Silver Cloud". Alexander Dreyfoos interessierte neben silvercloud3.jpgder Seelage vor allem das Platzangebot. Das ist auf Mehrrümpfern naturgemäß reichhaltiger als auf schlanken Monohulls. Das obere Deck benutzt er für sich und seine Frau, das untere beherbergt den großen Salon, Kombüse und die Besatzungsunterkünfte. Vor allem aber wollte der Naturwissenschaftler eine Expeditionsyacht für seine geplante Weltreise. Und auf die sollte ihn seine Frau begleiten. Ihr altes Schiff, eine klassische 44-Meter-Yacht, 1996 in Holland gebaut, bot zwar alle Annehmlichkeiten, doch folgte sie dem Spiel der Wellen zu sehr. Dreyfoos erkundigte sich weltweit nach verfügbaren Technologien und stieß schließlich auf die Elblotsen und deren Swath-Flotte. Aufgabe der Lotsen ist es, große Frachtschiffe sicher in den Hafen zu bringen. Dazu steigen sie auf die großen Pötte und beraten den Kapitän. Der Schiffswechsel ist bei starkem Seegang jedoch recht gefährlich.

 

 Lotsen setzten auf "Swath"

Deshalb setzten die Lotsen schon Ende der 1990er-Jahre auf Swaths, ein großes Hotelschiff und vier kleinere Tender. "Wir wollten vom schlechten Wetter unabhängig sein. Heute können wir in dreieinhalb Meter hohen Wellen fahren", sagt Albrecht Kramer, Ältermann der Elblotsen. Auf einem dieser 25 Meter großen Tender fuhren die Dreyfoos mit. Als Dreyfoos das Schiff durch die aufgewühlte Nordsee steuerte, stoppte er die Maschinen. Auf jedem anderen Schiff wäre das ein Angriff auf den Magen seiner Frau gewesen. Nun musste sich das Swath-Konzept beweisen. Was es in zwei Meter hohem Seegang und bei sechs Windstärken auch tat - Dreyfoos bestellte. Theoretisch erdacht wurde das Swath bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Doch praktisch alle Versuche scheiterten. Umgesetzt werden konnte das Konzept erst mit modernen Rechenmethoden der Neuzeit. "Wesentlich für die Swath-Technik ist der Systementwurf unter silvercloud4.jpgEinbeziehung aller Gewichte", sagt Klaas Spethmann. Inzwischen gibt es weltweit an die 60 Swath-Schiffe. Ab etwa sechs Knoten arbeiten bei der "Silver Cloud" zudem ständig vier waagerecht montierte Flossen, jeweils vorne und hinten an der Innenseite der Auftriebskörper. Sensoren erkennen die Lage des Schiffes, ein Rechner gibt blitzschnell Signale an die Flossen. So bleibt der Sekt im Glas, wenn unerwartet hohe Wellen anrollen. "Das ist Feintuning, vergleichbar mit der einstellbaren Dämpfung im Auto. Normalerweise könnte man ohne Flossen fahren", sagt Spethmann. Natürlich hat so ein Entwurf auch Nachteile: Swath-Yachten sind sehr beladungskritisch und haben mehr Tiefgang als vergleichbare Boote mit normaler Rumpfform.

 

 Auf Weltreise

Obwohl die "Silver Cloud" weniger Kontakt zur Welle hat, braucht sie dieselbe Motorisierung wie eine normale 45-Meter-Yacht - schließlich ist die benetzte Fläche größer. In jedem Auftriebskörper stecken daher 1100 PS, silvercloud1.jpgdie die Yacht auf 14 Knoten beschleunigen. Mit 80 000 Liter Treibstoff kommen die Dreyfoos 3500 Seemeilen weit - genug für die längsten Passagen ihrer Weltreise. Die hat übrigens schon begonnen. Im vergangenen Herbst holten die Dreyfoos ihre "Silver Cloud" ab und fuhren zunächst von Lemwerder nach Gibraltar. Von dort ging es zu den Kanaren und über den Atlantik in die Karibik. Durch bis zu sechs Meter hohe Dünung, wie Spethmann sagt. Als Nächstes führt die Reise durch den Panamakanal, zu den Galápagos-Inseln, nordwärts entlang der amerikanischen Westküste zu den Walen vor Mexiko, dann hoch nach Alaska. Ferner stehen noch Japan und Fidschi auf dem Reiseplan. Die Dreyfoos werden allerdings nicht den gesamten Törn auf dem Schiff verbringen, sondern nur die spannenden Passagen. Damit die beiden bequem von Land an Bord gelangen, hat die "Silver Cloud" einen Helikopter-Landeplatz im Heck. Bleibt nur zu hoffen, dass die Flüge ruhig sind.

 

EP/AN

Termine & Events

service_button

Banner
Banner
Banner

AdriaNews TV

Momentan online: