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Tesla - das (fast) unbekannte Genie
Der Sohn eines serbisch-orthodoxen Priesters (1856 – 1943) entwickelt schon früh die Idee, Wechselstrom zur Energieübertragung zu nutzen. Nach dem Mathematik- und Physikstudium an den Universitäten Graz und Prag konzipiert er 1882 in Budapest den ersten Wechselstrommotor, in dem Jahr, in dem Edison sein erstes mit Gleichstrom betriebenes Elektrizitätswerk in New York in Betrieb nimmt. Damals ahnt Tesla noch nicht, dass er dadurch den sogenannten Stromkrieg zwischen Gleich- und Wechselstrom auslösen und schließlich gewinnen würde. Vorerst arbeitet er bei seinem späteren Konkurrenten Edison in Paris und New York und meldet erste Patente für seinen „Elektromagnetischen Motor“ und Drehstrom an, während sein Arbeitgeber Edison auf die Zukunft des Gleichstroms setzte. Nikola Tesla sieht hier nicht die Möglichkeit, seine Erfindungen durchzusetzen und wechselt zum Konkurrenten Westinghouse. Hier feiert er 1893 bei der Weltausstellung in Chicago seinen größten Erfolg und den Durchbruch des Wechselstromsystems.Vater des Radios?
Auch das Radio und die Fernsteuerung haben wir im Grunde Tesla zu verdanken, obwohl das heute kaum noch einer weiß. Teslas Ziele waren drahtlose Netze, die Energie und Informationen rund um den Erdball transportieren sollten - damals nichts als Visionen, welche die Handy- und Internet-Generation von heute als selbstverständlich nimmt.
Im Übrigen war Nikola Tesla wohl ein eher verschrobener Typ. Wer mit ihm Mahlzeiten einnahm, musste damit rechnen, den Kubikinhalt von Gläsern oder Suppenschüsseln vorgerechnet zu bekommen. Er hatte der Legende nach auch die Manie, dass alles, was ihn umgab, durch drei teilbar sein musste.
Diese Marotten werden auch im "Memorijalni centar Nikola Tesla" nicht verschwiegen. Das Gedächtniszentrum befindet sich im Geburtshaus Teslas in Smiljan. Auf dem Dachboden, wo es kräftig knistert, zischt und sprotzt, sind die wichtigsten Patente Teslas in Nachbildungen dokumentiert.
Historisches Flair
Außen sieht das kleine Haus noch immer - oder besser schon wieder - aus wie zu Nikola Teslas Zeiten. Es war vom Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, doch im Jahr 2006, zum 150. Geburtstag des großen Sohns, liebevoll restauriert worden.
Auch innen haben die Räume das Flair von ehedem, doch bergen sie eine an jüngster Museumspädagogik orientierte Ausstellung. Der Namenszug Teslas ist als Neonröhre zu sehen, auch die geht nämlich auf ihn zurück. Daneben steht ein U-Boot, das mit Fernsteuerung funktioniert. Die Apparatur ist etwas klobig. Kein Wunder, stammt sie doch von 1889. High Tech von heute gibt es auch, Touchscreens und Audiostationen lassen in dem alten Gemäuer Historie und Moderne symbolhaft aufeinandertreffen. Geräusche werden abgespielt, die zu Teslas langem Leben gehören. Bis hin zu Partystimmung in den USA. Dort hatte er es bis in die höchsten Kreise der feinen Gesellschaft geschafft. Der Bankier J. P. Morgan finanzierte seine Projekte und mit dem Schriftsteller Mark Twain verband Tesla eine innige Freundschaft.
Einsamer Tod
Zu Reichtum brachte es Tesla aber nicht. Auch weil er ein aufwändiges Leben führte. Folgerichtig starb er am 7. Jänner 1943 in New York stilvoll in einem First-Class-Hotel. An der Tür hing ein Schild: "Don't disturb". So wurde der Leichnam des berühmten Erfinders erst nach Tagen gefunden. Der New Yorker Bürgermeister Fiorello "Henry" Laguardia, würdigte den Verstorbenen in einer Radiobotschaft. Auch sie ist heute in seinem Geburtshaus auf Knopfdruck abrufbar. Im Rest der Welt ist sein Ruhm eher verblasst. In der Physik ist "das Tesla" nach ihm benannt, die physikalische Einheit der magnetischen Flussdichte: 1T = 1N/(1A*1m). Aber wen interessiert das schon?
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