Kroatien: Zeitlose Schönheit mit Ablaufdatum

Der kroatische Wirtschaftsminister plant die Erschließung der Öl- und Gasreserven vor Dalmatien. Der Tourismus könnte dadurch erhebliche Einbußen erleiden.

Zagreb. Wer die malerischen und bisweilen spektakulären Küstenabschnitte Dalmatiens kennt, weiß, welche Gefahr droht, wenn der zuständige Wirtschaftsminister von der Erschließung der bislang verborgenen Öl- und Gasfelder vor der kroatischen Küste schwärmt.

Seitdem das norwegisches Explorationsunternehmen Spektrum im Jänner nach sorgfältiger Überprüfung des Meeresgrundes in der kroatischen Adria das Vorkommen fossiler Energieträger bescheinigt hat, strebt Ivan Vrdoljak, der besagte Minister, die großflächige Förderung der Bodenschätze an. Neun Milliarden Kubikmeter Erdgas könnten schon bald jedes Jahr an die Oberfläche geholt werden. Das entspricht dem dreifachen Jahresverbrauch der Kroaten.

Dass die Ambition des Wirtschaftsministers mit der unbefleckten Schönheit der mediterranen Landschaft kollidiert, ist Vrdoljak sehr wohl bewusst. Etwaige Bedenken sucht der studierte Physiker daher zu zerstreuen. Umgehend betonte er, die geplante Erschließung der Felder nur nach strengen umweltrechtlichen Maßstäben gewähren zu wollen.

Tourismus betroffen

Doch die Besorgnis zumindest einiger Küstenbewohner erscheint gewiss. Nicht nur, weil die pittoresken Buchten und schroffen Felsen vor dem Hintergrund einer Bohrinsel zu verkommen drohen, sondern auch, weil der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen der kroatischen Wirtschaft ist und die Region große Anziehungskraft auf Besucher aus aller Welt ausübt.

„Slobodna Dalmacija", eine lokale Tageszeitung mit Redaktionssitz in Split, hat derweil die südlichen Gebiete nahe der montenegrinischen Grenze sowie die beliebten Ferieninseln Brac und Hvar als potenzielle Schauplätze für Probebohrungen identifiziert. Die ersten Plattformen werden im kommenden Jahr erwartet, schrieb das kroatische Blatt unlängst.

Dies entspricht auch der Vorgabe des Wirtschaftsministers. Die Forschungsarbeiten an der Küste werden Anfang nächsten Jahres beginnen, erklärte Vrdoljak. Exakte geologische Daten zu den kolportierten Öl- und Gasfunden wird die Regierung indes bereits am 10. März veröffentlichen, im April sollen dann die Ausschreibungen erfolgen.

Die zeitlose mediterrane Schönheit, mit der die kroatische Tourismusbehörde hierzulande wirbt, könnte damit schon bald der Vergangenheit angehören.



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