Job mit Meerblick: Reeder suchen Servicekräfte für Kreuzfahrten

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Auf einem Kreuzfahrtschiff werden Arbeitsplätze vom Kellner bis zum Programmdirektor angeboten. Auf einer Jobmesse in Bremerhaven stellten sich Bewerber den Reedereien vor.

Die Arbeitsbedingungen für das Servicepersonal auf Kreuzfahrtschiffen sind hart: Sieben-Tage-Woche, Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tage, kaum Privatsphäre, kleinste Zweierkabinen, weit weg von der Familie. «Das ist ein anderes Leben, als man es vorher geführt hat», sagt Jens Wehrenberg von der Reederei Viking. Trotzdem ist es für viele ein Traumjob. Bewerber aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland informierten sich am Donnerstag auf einer zweitägigen Jobbörse in Bremerhaven über die Stellenangebote auf mehr als 200 Hochsee- und Flusskreuzfahrtschiffen. Sie bewarben sich als Oberkellner oder auch als Kosmetikerin.

 

DIE FRISEURIN: Elouise Conin (43) war zehn und ein anderes Mal acht Monate auf Kreuzfahrtschiffen weltweit unterwegs. «Das ist sehr harte Arbeit, aber es macht Spaß. Man kann viel sehen und erleben», sagt die Friseurin und Kosmetikerin. Nun sucht sie ein neues Abenteuer. Sie möchte zusammen mit ihrem Partner Ingo Lindemann für acht bis zehn Monate auf ein Schiff gehen. «Unsere Kinder sind erwachsen, da geht das.» Ganz einfach sei es aber nicht, Jobs für beide zu finden, sagt sie.

DER BÄCKER: Ingo Lindemann (45) hat noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Trotzdem hat er schon viel von der Welt gesehen. «Ich bin über zehn Jahre als Wandergeselle durch Europa gezogen.» Vor einem Jahr lernte er Elouise Conin kennen. «Wir wissen, dass wir an Bord unsere Privatsphäre hinter uns lassen.» Zumindest eine gemeinsame Kabine ist deshalb die Bedingung, Jobangebote anzunehmen. Die langen Arbeitszeiten stören ihn dagegen nicht: «Saisonarbeit ist mir bekannt.» Den Job auf einem Schiff sieht er auch als berufliche Weiterbildung.

DIE KOSMETIKERIN: Ewa Lukoschek (18) ist zusammen mit ihrer Mutter zur Jobmesse gekommen. Sie beendet im Sommer ihre Ausbildung. «Danach möchte ich gerne von zu Hause weg.» Weil sie gerne reist, will sie aufs Flussschiff. «Auf Ozeankreuzern darf man erst mit 21 Jahren arbeiten.» Die Arbeitsbedingungen schrecken sie nicht. Auch die Mutter ist gelassen: «Ist ja nicht für immer. Für den Anfang finde ich es super, dass sie rumkommt.»

DER SOMMELIER: Christophe Quemper (52) ist aus der Bretagne nach Bremerhaven gereist. Seit 25 Jahren arbeitet er in der Weinbranche, hat in Paris, in Frankfurt am Main und auf den Malediven gearbeitet. «Ich suche eine neue Herausforderung für mich.» Weil die Kreuzfahrtbranche wächst, sucht er erstmals auf einem Schiff eine Beschäftigung. «Ich will wissen, wie dort alles funktioniert.» Ganz einfach wird es für ihn nicht: «Auf den meisten Schiffen ist alles 'all inclusive' - die brauchen keinen Sommelier.» Aber er sei flexibel und wolle die Chance nutzen, die sich ihm biete.

DIE VERKÄUFERIN: Eigentlich ist Katrin Meyering (26) Floristin, seit zwei Jahren ausgelernt. Nun will sie etwas von der Welt sehen. Da auf Schiffen keine Floristen gebraucht werden, bewirbt sie sich als Boutique-Verkäuferin. «Es sind ein paar Stellen ausgeschrieben.» Erst einmal möchte sie für eine Saison auf ein Hochseeschiff. Sieben-Tage-Arbeitswochen mit zehn Stunden pro Tag kennt sie bereits vom Weihnachtsgeschäft. «Das stört mich nicht.» Auch dass sie sich eine Kabine teilen muss, findet sie nicht schlimm. Für einen Job ins Ausland zu ziehen, käme für sie nicht infrage. Ihr gefällt auf dem Schiff, dass sie sich um nichts kümmern muss.

DER OBERKELLNER: Achim Kruk (50) ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie beschäftigt. Zuletzt hat er in der Düsseldorfer Altstadt gejobbt. «Das ist brutale Nachtgastronomie.» Nun möchte er auf ein Schiff. «Da herrscht Niveau und Stil.» Er hat Erfahrung: Anfang der 1990er Jahre war er drei Jahre auf der MS Europa Restaurantsteward. «Das ist ein anderes Flair als an Land.» Ihn reizt der «zeitige Feierabend um 23 Uhr». Außerdem genießt er es, nach der Arbeit in den Fitnessraum oder die Sauna gehen zu können. Ein befreundeter Koch sah das ganz anders: Nach einer Saison auf dem Schiff schmiss er hin. «Für ihn war das wie im Gefängnis.»

Die Chancen einen Job an Bord zu finden, stehen für die Bewerber gut. Weil die Kreuzfahrtbranche boome und immer mehr Schiffe gebaut würden, werde auch immer mehr Personal benötigt, sagt Simone Pfeifer von der Fachvermittlung für Hotel- und Gaststättenpersonal der Suhler Arbeitsagentur. Und wer einmal auf einem Schiff beschäftigt war, habe auch an Land gute Karten: «Die Arbeitgeber wissen dann, dass die Bewerber stresserprobt und gute Teamplayer sind.»

Foto: www.pixelio.de/ Susanne Richter



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