Schiffszulieferer setzen im Kampf gegen Krise auf Service und Europa

Im weltweiten Schiffbau ist der jahrelange Boom einer tiefen Krise gewichen. Die deutschen Zulieferer können das wegfallende Massengeschäft mit Tankern und Frachtern jedoch zum Teil ausgleichen.

Hamburg (dpa) - Die deutschen Zulieferer stemmen sich gegen die weltweite Schiffbau-Krise. «Der Abschwung in der Zulieferindustrie ist lange nicht so dramatisch, wie man erwarten könnte», sagte Alexander Nürnberg, Chef der zuständigen Arbeitsgemeinschaft im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Donnerstag in Hamburg. Die Rückgänge im Neubaugeschäft in Asien würden zum Teil ausgeglichen durch die gesunden europäischen Märkte, Investitionen der Reeder in die fahrende Flotte und das Dienstleistungs- und Servicegeschäft.

Im vergangenen Jahr gingen die Aufträge für die Branche um 7,5 Prozent zurück. In diesem Jahr sei ein weiterer Rückgang um 10 bis 12 Prozent zu erwarten. Die Umsätze blieben jedoch noch auf weitgehend stabilem Niveau - sie reduzierten sich im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Dabei sei das Bild jedoch uneinheitlich: Rund 40 Prozent der 400 Betriebe der Unternehmen meldeten Umsatzrückgänge, ebenfalls 40 Prozent aber Zuwächse.

Wegen der anhaltenden Schifffahrtskrise und Überkapazitäten im Markt werden kaum noch neue Frachtschiffe bestellt. 2016 gingen bei den Werften bisher Aufträge über 225 Schiffe ein, bis zum Jahresende dürften es kaum mehr als 500 werden. Das sind nicht einmal halb so viele wie erwartet.

Leidtragende sind vor allem die Werften in Korea und China, die Standardschiffe wie Tanker und Containerfrachter bauen und nun mit Milliardenverlusten konfrontiert sind. Gut laufen vor allem Kreuzfahrtschiffe und Spezialanfertigungen aus Europa. Dagegen lahmt das Geschäft mit Offshore-Anlagen für die Öl- und Gasförderindustrie.

Entsprechend verschieben sich nun die Absatzmärkte für die deutsche Zulieferindustrie. 2015 blieb Asien mit einem Anteil von 37 Prozent der wichtigste Markt, nach 46 Prozent im Vorjahr. Doch andere Märkte wie das EU-Ausland mit 30 Prozent, Nordamerika sowie der Nahe und Mittlere Osten schoben sich stärker in den Vordergrund.

«Auch die fahrende Flotte muss ständig aufgerüstet werden, zum Beispiel mit besserer Umwelttechnik», sagte Nürnberg. Die Branche mit 67 000 Beschäftigten erwirtschaftet fast 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland.

Auch wenn die aktuelle Lage wenig Anlass zur Zuversicht gebe, stellen sich die deutschen Schiffbau-Zulieferer mittel- und langfristig auf Wachstum ein. «Durch die Digitalisierung wird es in der gesamten Transport- und Logistikindustrie zu Veränderungen kommen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können», sagte Nürnberg. So würden in Norwegen bereits selbstfahrende Fähren ohne Crew getestet, die aus einer Zentrale dirigiert werden: «Das teilautonome Schiff kann viel schneller Realität werden als das selbstfahrende Auto.» Die deutschen Zulieferer seien technologisch vorn und könnten mit innovativen Produkten den Wettbewerb bestehen.

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