Modernstes Forschungsschiff eröffnet Einblick in die Tiefsee

Die deutsche Meeresforschung bekommt ein neues Flaggschiff. Die neue «Sonne» soll bisher nicht gekannte Einblicke in die Tiefsee eröffnen. Das könnte Wissenschaftlern bei Untersuchungen zu Klimawandel und Ökosystemen helfen.

Das modernste deutsche Forschungsschiff wird derzeit für seine ersten Einsätze klar gemacht. Mit der neuen «Sonne» bekommen Wissenschaftler ein schwimmendes Großlabor für Untersuchungen zur Biologie der Meere oder zum Klimawandel. Das 116 Meter lange Schiff wird am Montag (17.) an seinem Heimathafen Wilhelmshaven in Dienst gestellt. Hauptfahrtgebiete liegen künftig im Indischen und Pazifischen Ozean. Untersucht werden sollen unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels, die Nutzung von Rohstoffen und Energieträgern und die Veränderung der marinen Ökosysteme.

 

Die «Sonne», ein Neubau der Papenburger Meyer Werft, ist nach Angaben der Bundesregierung das derzeit modernste Forschungsschiff der Welt. Es löst den gleichnamigen Vorgänger ab, der 36 Jahre auf den Weltmeeren unterwegs war. Die Baukosten betrugen rund 124 Millionen Euro. Davon übernahm der Bund 90 Prozent, den Rest teilen sich die Küstenländer Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Schiff bietet Platz für 35 Besatzungsmitglieder und bis zu 40 Wissenschaftler. Zur Ausrüstung zählen Forschungswinden mit Drähten und Kabeln von bis zu 12 Kilometern Länge. Damit werden erstmals Messungen im äußersten unteren Rand des Weltmeeres möglich. Hoch auflösende Anlagen dienen der Erkundung des Meeresbodens. Proben können in Laboren und Kühlräumen gelagert und untersucht werden.

Bis Ende November startet die «Sonne» eine zweiwöchige Vorstellungsreise durch norddeutsche Hafenstädte. In Bremen, Hamburg, Warnemünde und Kiel können Besucher Einblicke in das Bordleben bekommen. Daneben informiert eine Ausstellung norddeutscher Forschungseinrichtungen über Klima und Ozean, Meeresbodenerkundung und biologische Vielfalt in der Tiefsee.

Foto: www.pixelio.de/ Tim Caspary



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