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Technologie: Yachtkontrolle via Mausklick

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halberg"Akka", die Segelyacht an Steg V, dümpelt unscheinbar im Ostseewasser. Mit 15 Meter Länge, 4,50 Meter Breite und Baujahr 1987 ist sie zumindest in der Neustädter Marina nichts Besonderes. Auf den ersten Blick jedenfalls. Auf den zweiten entpuppt sie sich als Boot mit futuristisch anmutendem elektronischem Innenleben. Wie warm es an ihrem Liegeplatz ist, ob mit ihren Batterien und Motoren alles in Ordnung ist, das kann ihr Eigner schon zu Hause per Notebook abfragen. Und auf dem Wasser erreichen ihn auch in der Kabine Daten zur Navigation.

Masgeschneiderte Bordelektronik
Ein Tastenklick, und es wird hell. Ein Touch auf den iPod von zu Hause aus, und die Heizung springt vorsorglich schon einmal an. Verknüpfung von Navigations- und Unterhaltungselektronik zusammen mit Bordsystemen und Elektrik - was auf großen Transportschiffen, Megayachten und bei Kraftfahrzeugen längst üblich ist, gibt es nun auch für Boote nahezu aller Größen. Maßgeschneiderte Bordelektronik für jedermann - das System dafür hat Thomas Dührkop, Chef des schleswig-holsteinischen Unternehmens Global Maritime Management (GMM), entwickelt, seine "Akka" entsprechend nachgerüstet und gerade bei der Hanseboot Ancora Boat Show vorgeführt - eine Yacht in den besten Jahren in den Weiten der elektronischen Zukunft.

Einfache Nachrüstung
Dass auf der Hanseboot Ancora des Jahres 2010 Superyachten wie die Sunseeker nebenan mit dem letzten Elektronik-Schrei ausgerüstet sind, wundert wohl niemanden. Deshalb bittet Dührkop zur Präsentation des Machbaren an Bord seiner vergleichsweise bescheidenen "Akka". Hier hat er nachträglich Kommunikationsrechner, Navigationscenter, Alarm-Monitoring und Control-Panel installiert. Immerhin findet sich auf 15 Meter Länge auch für die Technik noch Platz. Auf seinem Boot ermöglicht ein WLAN nicht nur den Zugang ins Internet, sondern den Zugriff auf Bordsysteme aus der Ferne. "Die Größe eines Bootes ist allerdings unbedeutend", sagt er.
Überwachung und zentrale Steuerung vom Bildschirm aus, ein Höchstmaß an Bedienungskomfort auch in der kleinsten Koje, Fernwartung - braucht man das? "Zunächst einmal erhöht es die Sicherheit an Bord, weil die Systeme einfach zu bedienen sind", sagt Dührkop und führt ein simples Beispiel ins Feld: Wer bei Schietwetter segelt, könne alles bedienen und kontrollieren, ohne sich an Bord bewegen zu müssen. Und natürlich können nicht nur Kommunikation und Navigation vom Bordrechner gesteuert werden, sondern auch Fernseher und die Hi-Fi-Anlage samt DVD-Spieler.

Verschiedene Systeme
Selbst wenn Letzteres für überzeugte Traditionalisten auf dem Wasser nichts zu suchen hat: Beim Gedanken an die Bedürfnisse von Charter-Unternehmen und deren Kunden sind die Vorteile moderner Bordelektronik überzeugend. "Im Falle eines Problems möglichst schnell und effektiv helfen, darum geht es", erklärt er seine Entwicklung für Charter-Betriebe, die sich jederzeit und überall über das GMM-Gateway online mit der Problem-Yacht in Verbindung setzen können. So kann sich der Vercharterer mittels Kamera ein Bild von der Situation an Bord machen und an einer Lösung arbeiten. Je nach Position der Yacht funktioniert das über GSM/GPR, WLAN oder Satellit.
Grundlage dieser vermeintlichen elektronischen Wundersysteme ist die sogenannte Bus-Technologie, die in der Automobilindustrie längst Einzug gehalten hat. Dafür werden herkömmliche Installationsgeräte (Schalter, Taster, Sensoren et cetera) durch intelligente Bus-Module ersetzt; nun miteinander verbunden, kann jedes Modul jedem anderen Informationen und Anweisungen übermitteln. Komponenten und Systeme, die bis dahin jedes für sich als Insellösung in Betrieb waren, werden miteinander verbunden.

Gewichtsparen mit "Bussystem"
"Das macht das Bordsystem ausfallsicherer. Obendrein spart das Gewicht", sagt Dührkop und spricht bei einer 63-Fuß-Yacht, zu deren Innenleben üblicherweise 1,5 Tonnen Kupferleitungen gehören, von einem Einsparpotenzial von bis zu 50 Prozent: "Dieses weniger an Gewicht verbessert die Segeleigenschaften spürbar."
Die Datenflüsse kanalisiert Dührkop in Bus-Technologien wie NMEA2000 (National Marine Electronics Association) und Ethernet. "Weil es die schon gibt", sagt er. "Da musste das Rad nicht erst neu erfunden werden." Dührkop hat es lediglich angebaut.
In das System eingebunden sind die GMM-Bordrechner, die in Hitze absorbierenden Aluminiumgehäusen untergebracht sind (Leistungsaufnahme: 18 bis 60 Watt). Angst vor dem Umgang mit der Elektronik müsse niemand haben, verspricht ihr Entwickler. "Im Gegenteil", sagt er. Für Skeptiker bleibt der Trost: Auch die "Akka" sieht noch immer wie eine herkömmliche 15-Meter-Yacht aus, die wie alle anderen Boote bei Flaute auf dem Wasser dümpelt.


Mit Material von Welt-Online

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