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Kroatien: Hürden für Devisenbringer
Geht es um österreichische Investoren, herrscht in Kroatiens Urlaubsorten nicht nur eitel Sonnenschein. Ihnen werden Berichten zufolge bei Tourismusprojekten viele Steine in den Weg gelegt. Ausländische Investoren seien bei Behörden nicht gern gesehen. Diese überlassen das Geschäft laut betroffenen Unternehmen lieber kroatischen Hoteliers
Noch vor wenigen Jahren seien österreichische Hoteliers, die ein Interesse an Kroatien signalisierten, dort mit offenen Armen empfangen worden. Doch es habe nicht lange gedauert, bis kroatische Lobbyisten es sich aus einer "nationalistisch motivierten Abwehrreaktion" heraus zum Ziel gesetzt hätten, ausländische Investoren aus dem Markt zu drängen, sagt Manfred Kohl, Chef der Tourismusberatung Kohl & Partner zum Standard . Er rät daher Unternehmen, die sich in Kroatien engagieren wollen, derzeit, "ihre Sache dreimal zu überlegen".
Berichte über schlechte Erfahrungen österreichischer Unternehmen im EU-Kandidaten-Land gibt es zuhauf. Doch in Wahrheit könne man die Betroffenen an einer Hand abzählen, sagt Kohl. Der Salzburger Hotelier Wilfried Holleis, der unter anderem den Salzburgerhof in Zell am See betreibt, dient als beliebtes Beispiel dafür, wie mit österreichischen Unternehmen in Kroatien umgegangen wird.
Holleis hat einst die verfallene Insel Katarina zu einem Touristenmagnet aufgepäppelt. Nach Jahren verweigerter Renovierungsarbeiten, fragwürdiger Gerichtsverfahren und Schikanen durch seinen kroatischen Juniorpartner habe er jedoch schließlich wutentbrannt das Handtuch geworfen.
Know-how für Kroatien
Neben Holleis, der mittlerweile ein anderes Viersternehotel im kroatischen Opatija managt, sind laut Kohl auch noch die Falkensteiner-Michaeler-Gruppe, die kroatische Valamar-Gruppe, Arcotel und Vienna International in Kroatien auf Probleme gestoßen. Die Unternehmen hätten durch den Transport ihres Know-hows nach Kroatien dazu beigetragen, dass der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig das Landes herangewachsen ist, so Kohl. 20 Prozent trägt die Branche laut Wirtschaftskammer Österreich (WKO) mittlerweile zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.
An Kapitulation denken die österreichischen Hoteliers da nicht: Diesen Mai haben sich die Tourismusmanager formiert, um Kroatiens Regierung die Meinung zu sagen. So gab Otmar Michaeler, Chef der Falkensteiner-Michaeler-Gruppe, bei dem Gespräch zu Protokoll, bei der Errichtung seiner Hotelanlage auf der Insel Punta Scala zehn Millionen Euro für die Infrastruktur abliefern haben zu müssen.
Das Geld hätten die Behörden jedoch in Folge nie dafür bereitgestellt. Weiters sei das Baurecht später zu seinem Nachteil verändert worden, beim Verkauf der 187 Luxus-Apartments seien die Behörde im Weg gestanden. Götz Lachmann, Sprecher der Gruppe, relativiert die Aussagen im Gespräch mit dem Standard: "Ich glaube, das ist harscher rübergekommen als gemeint."
Bürokratische Hürden würden den Apartment-Verkauf aber noch immer verzögern. Weder Gesetzeslage noch Regierung stünden der Zulassung ausländischer Investoren im Wege, sagt die Wirtschaftskammer. Das Problem sei die Umsetzung auf lokaler Ebene, wo Bürgermeister eher dem kroatischen Nachbarn zugetan seien als österreichischen Investoren.
Das große Investitionsvolumen österreichischer Unternehmen in Kroatien spiegle sich eben auch in der Häufigkeit der Problemfälle. Österreich sei in Kroatien überrepräsentiert. Die Zahlen der kroatischen Nationalbank verdeutlichen das: Von 400 Mio. Euro ausländischer Direktinvestitionen kommen 325,5 Mio. Euro (82 Prozent) aus Österreich.
Mit freundlicher Genehmigung, DER STANDARD, Wien
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