Schutzgebiete für bedrohte Arten gefordert

Die einmalige Artenvielfalt des Mittelmeeres ist nicht nur durch Überfischung und brutale Fangmethoden bedroht, auch die Verschmutzung durch Öl und Chemikalien stellen eine große Gefahr dar. Der österreichische Olympiasegler Andreas Hanakamp unterstützt gemeinsam mit seinem Team die Anliegen der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS).

turtle.jpg"In den 27 Jahren, in denen ich auf den Weltmeeren unterwegs bin, habe ich gravierende Veränderungen erlebt. Leergefischte Meere, so dass wir mit unserer Angel kaum Fische fangen. Kilometer lange Fischernetze, in denen sich Wale und Delfine verfangen und immer mehr Müll, der im Meer treibt. All das bezeugt, dass wir Menschen nicht respektvoll und nachhaltig mit dem Ökosystem Meer umgehen", erklärt der zweifache Olympiateilnehmer Hanakamp, der über 100.000 Hochseemeilen zu verzeichnen hat. Wie wichtig ein verstärkter Schutz des Mittelmeeres ist, zeigt sich am Beispiel des Gemeinen Delfins: Bis in die 1960er Jahre war er eine der am häufigsten vorkommenden Delfinarten, vielleicht die häufigste im Mittelmeer überhaupt. Heute gilt die Art in der Adria als ausgestorben, im Ionischen Meer findet man noch kleine Gruppen der Tiere. Der Gemeine Delfin steht seit 2003 als "stark gefährdet" auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Die größte Gefahr geht von der Meeresverschmutzung und Überfischung und der dadurch verursachten Nahrungsknappheit aus.

Die WDCS hat im Rahmen des Schutzabkommens für Wale und Delfine im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) gemeinsam mit den Wal- und Delfinschutzorganisationen OceanCare und Tethys einen detaillierten Schutzmaßnahmenplan für die Erhaltung des Gemeinen Delfins entwickelt, den die Anrainerstaaten zwar begrüßt, aber nicht umgesetzt haben.

"Ich unterstütze die Anstrengungen von Greenpeace und der WDCS, die den Anrainerstaaten konstruktive Lösungsmodelle vorgelegt haben, um bedrohte Delfine effizient schützen zu können," so Andreas Hanakamp. Er ergänzt: "Es liegt leider vielfach an Regierungen und Behörden, denen offensichtlich der Mut zu Entscheidungen fehlt, die wirklich eine Veränderung der Situation herbeiführen könnten."