Neuer "Costa-Concordia"-Prozess: Kapitän Schettino vor Gericht

32 Menschen starben, als die «Costa Concordia» im Januar 2012 einen Felsen rammte und kenterte. Kapitän Francesco Schettino wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt, ist aber noch auf freiem Fuß. Nun beginnt der Berufungsprozess.

Florenz (dpa) - Mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» mit 32 Toten muss sich Kapitän Francesco Schettino erneut vor Gericht verantworten. Der Berufungsprozess gegen den 55-Jährigen beginnt am Donnerstag in Florenz. Schettino war im Februar vergangenen Jahres in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt.

Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» hatte im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Insgesamt 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter 12 Deutsche. Das Gericht in Grosseto hatte im Februar in erster Instanz entschieden, Schettino trage Verantwortung für das Unglück. Der Ex-Kapitän war unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Herbeiführen einer Havarie verurteilt worden.

Während Schettinos Anwälte im Berufungsprozess erneut auf Freispruch für ihren Mandanten plädieren wollen, wird die Anklage wie schon im ersten Verfahren voraussichtlich eine Haftstrafe von 26 Jahren für den früheren Kapitän fordern. Schettino ist nach wie vor auf freiem Fuß, da das Urteil gegen ihn noch nicht rechtskräftig ist. Sollte er auch in der zweiten Instanz verurteilt werden, bliebe ihm als letzte Möglichkeit noch der Gang vor den Kassationsgerichtshof in Rom.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag soll es zunächst um Verfahrensfragen gehen - etwa, wer als Nebenkläger zugelassen wird. Schettino wird Medienberichten zufolge vermutlich zum ersten Verhandlungstag nicht persönlich erscheinen und den Prozess aus der Ferne verfolgen.

Das erste Verfahren gegen Schettino war im Februar 2015 nach fast zwei Jahren zu Ende gegangen. Der Ex-Kapitän war nach der Havarie in Italien heftig kritisiert und als «Kapitän Feigling» verspottet worden. Er hatte sich nach dem Unglück zuerst selbst gerettet und Tausende verzweifelte Menschen an Bord des Schiffes zurückgelassen. Er begründete das damit, in ein Rettungsboot gerutscht zu sein.

Foto: www.pixabay.com/tassilo111



Über AdriaMediaGroup:

Seit 1999 bilden Online-Magazine das Fundament unseres Unternehmens. Dank unser regelmäßigen Markt- und Zielgruppenanalysen kennen wir unsere Leserinnen und Leser sehr gut und wissen genau, was diese von unseren Magazinen erwarten. Mit renommierten Nachrichtenagenturen wie dpa und AFP ergänzen wir die uns zur Verfügung stehenden Informationsquellen aus Politik und Wirtschaft. Stetig entwickeln wir unsere Magazine weiter und kreieren immer wieder neue Online-Magazine, die speziell auf das entsprechende Marktumfeld angepasst sind. Ob das kleine Nischenmagazin, ein Wirtschaftsjournal im Internet oder ein Tageszeitung im Internet. Mit über 45 Millionen Seitenaufrufen pro Monat (quelle: PIWIK September 2016), zeigt sich dass unsere aktuellen Magazine vom Publikum sehr gut angenommen werden. In den 17 Jahren unserer verlegerischen Tätigkeit mussten wir uns bis heute weder einem Abmahnverfahren stellen noch jemals einen Widerruf veröffentlichen. Entgegen anderer Verlage basiert unsere Berichterstattung auf seriöser Recherche und reinen Fakten. Wir sehen in grundsolider Berichterstattung auch heute noch die Zukunft unserer Arbeit.

Die AdriaMediaGroup ist seit 1999 auf dem internationalen Markt tätig. Derzeit publiziert die ADMG auf dem deutschsprachigen Markt über 80 Online-Magazinen aus unterschiedlichsten Themenbereichen. Alle Zeitschriften werden von unserem eigenem Redaktionsteam regelmässig aktualisiert.