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America's Cup: BMW Oracle dominiert
Die älteste Sporttrophäe der Welt wird vermutlich wieder den Besitzer wechseln. Das scheint schon nach dem ersten Rennen des 33. America's Cups klar zu werden. Das Team von Oracle-Chef Larry Ellison dominierte seinen Gegner Ernesto Bertarelli am Steuer der "Alinghi 5" nach Belieben. Die Amerikaner benötigen jetzt nur noch einen weiteren Sieg am Sonntag, um den Cup nach San Francisco zu entführen.Es ist Alinghi Wetter
Leichter Wind, um fünf Knoten. So leicht, dass Wettfahrtleiter Harold Bennett die Geduld aller Beteiligten auf eine harte Probe stellt. Viereinhalb Stunden verschiebt er den Start, bis er die Bedingungen für ein faires Rennen gegeben sieht. In der Zeit steuert Bertarelli seinen Kat um das Startschiff herum. Um die teilnahmslos im Wasser treibende gegnerische Yacht. Wie ein nervöses Rennpferd. Die Botschaft ist klar: Alinghi ist bereit. Der Wind reicht für einen Start aus. Dann zieht Bertarelli die rote Jacke aus. Heute soll ein Alinghi-Tag werden.
Ausweichmanöver zu spät?
Um 14:30 Uhr beginnt die zehnminütige Startsequenz. Nach fünf Minuten werden die Kontrahenten aufeinander losgelassen. Die Startlinie wurde für dieses Rennen modifiziert. Damit diese schwer zu manövrierenden Monster bloß nicht am Anfang mit maximaler Geschwindigkeit aufeinandertreffen.
Trotzdem passiert genau das. Alinghi ist in der kritischen Eintauchphase spät dran. Außerdem hat der Wind ungünstig nach links gedreht. Bertarelli schafft es nicht, vor dem Gegner zu passieren. Er realisiert das nur langsam, will es nicht wahrhaben und weicht spät mit einem Wendemanöver aus.
Zu spät, sagen die Schiedsrichter, die mit drei Motorbooten die Duellanten umkreisen. Regelverletzungen entgehen ihnen nicht. Auf dem Umpire-Boot wird ein Blaulicht eingeschaltet. Alinghi muss irgendwo auf dem Kurs einen 270-Grad-Strafkreis drehen. Eine harte Entscheidung. Hat Bertarelli wirklich zu spät mit seinem Ausweichmanöver begonnen? Es gibt keine Definition, keine Erfahrungswerte für diesen Bootstyp. Die Regel besagt: "rechtzeitig". Aber was ist rechtzeitig?
Vierfache Windgeschwindigkeit am Wind
BMW Oracle segelt hinterher. Das Schiff mit den drei Rümpfen krängt deutlich mehr zur Seite. Aber der 68 Meter hohe Flügelmast wird per Motor und Hydraulik 15 Grad nach Luv gezogen. Nun muss sich zeigen wie effektiv dieses feste Profil mit den neun beweglichen Segmenten im Vergleich zum konventionellen Alinghi-Segel ist. Bei einer Windstärke von fünf Knoten erreichen beide Boote die 20 Knoten-Marke. Vierfache Windgeschwindigkeit am Wind. Das sind unglaubliche Werte.
"USA" holt langsam auf. Nicht weil der Trimaran schneller ist. Er segelt etwas höher am Wind. Bei dem wenigen Wind ist noch ein zusätzliches Vorsegel gesetzt. Sechs Minuten nach dem Start ist der Abstand auf 360 Meter gesunken. Aber dann erhöht Alinghi das Tempo. 430 Meter. Zwölf Minuten lang sind die Boote etwa gleich schnell.
Dann kommt die Stunde von James Spithill. Nach exakt 15 Minuten und 27 Sekunden überholt der australische Steuermann den Schweizer Katamaran. Der Wind nimmt zu auf sieben Knoten. Das Vorsegel auf der "USA" flattert. Ein Schaden? Nein, es wird eingerollt. Es ist überflüssig. Bei höherer Geschwindigkeit ist sein Widerstand größer als der Vortrieb.
BMW Oroacle mit dem besseren Boot
BMW Oracle fällt durch das Manöver kurz zurück. Nach einer halben Stunde beträgt der Vorsprung nur noch 150 Meter. Alinghi Fans schöpfen Hoffnung. Aber die Schweizer haben keine Chance. Eineinhalb Stunden nach dem Start liegen sie an der einzigen Wendetonne bereits über einen Kilometer zurück.
Das ändert sich auch nicht auf dem abschließenden Vorwindkurs. Und das ist die eigentliche Überraschung. Hier waren dem leichteren Katamaran klare Vorteile eingeräumt worden. Nach zwei Stunden und 30 Minuten quert "USA" die Ziellinie 3800 Meter vor dem Konkurrenten.
Kaum jemand glaubt, dass sich dieses Bild beim zweiten entscheidenden Rennen am Sonntag ändert.
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