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Italien: Brennertunnel wird gebaut
Der Brennerbasistunnel für den Güterverkehr mit der Bahn soll nun endgültig gebaut und bis zum Jahr 2022 fertiggestellt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die Verkehrsminister Deutschlands, Österreichs und Italiens am Montag in Rom. "Mit dem 56 Kilometer langen Brennerbasistunnel werden wir einen zentralen Engpass im zunehmenden Verkehr über die Alpen beseitigen", sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).
Der Tunnel wird den Güterverkehr über die Alpen stärker von der Straße weg auf die Schiene verlegen und so dazu beitragen, die Umwelt zu schonen und die Anwohner zu entlasten, erklärte der Minister.
Italienischen Presseberichten zufolge sollen die Arbeiten bereits in diesem Jahr beginnen. Die bayerische Verkehrsstaatssekretärin Katja Hessel sprach in Rom von einem "historischen Durchbruch". Das Treffen in der italienischen Hauptstadt, an dem Vertreter der Länder und Provinzen von Bayern bis Verona teilnahmen, ebne den Weg "für eine leistungsfähige Schienenverbindung auf der Brennerachse". In Kürze werden die Haushalte in Österreich und Italien verabschiedet. Dann gibt es kein Zurück mehr.
Ursprünglich war geplant, dass der Tunnel unter dem Alpenhauptkamm schon im Jahr 2015 in Betrieb gehen sollte. Das Projekt drohte jedoch immer wieder an der ungesicherten Finanzierung zu scheitern. Kritiker, darunter Umweltschützer und Verkehrsexperten, bemängelten zudem, es sei sinnvoller das Geld für den geplanten Tunnel in den Ausbau der bestehenden Bahnstrecken zu investieren. Im Jahr 2006 wurden die Kosten für das Projekt mit etwa sechs Milliarden Euro veranschlagt.
Der Brennerbasistunnel soll zum zentralen Stück einer europäischen Eisenbahn-Verkehrsachse von Berlin nach Palermo werden. Sie soll vor allem dem Güterverkehr dienen. Geplant sind zwei parallele Eisenbahnröhren, die von Innsbruck in Tirol bis in den Südtiroler Ort Franzensfeste führen. Am Brennerpass sollen die Tunnel etwa 600 Meter unterhalb der Brenner-Autobahn verlaufen. Die Züge werden darin mit einer Geschwindigkeit von maximal 120 Kilometern fahren können. Die knapp 70 Meter auseinander liegenden Haupttunnelröhren werden alle 333 Meter durch begehbare Stollen miteinander verbunden. Der EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani spricht angetan von einem "historischen Werk für die gesamte Europäische Union".
EP
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