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Italien: Europameister bei Banküberfällen

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Bankangestellte in Italien leben gefährlicher als ihre europäischen Kollegen: 1744-mal wurde in dem Land im Jahr 2009 eine Bank überfallen - das sind 42 Prozent aller Fälle in Europa, wie die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") berichtet. Deutsche Filialmitarbeiter sind hingegen vergleichsweise sicher: Hierzulande versuchten Täter lediglich 326-mal einen Bankraub. Die "SZ" beruft sich auf eine Statistik der italienischen Bankgewerkschaft FIBA.
Der Grund für die Italiens Negativstatistik in Sachen Banküberfall ist offenbar die Vorliebe der Bürger, bar zu bezahlen. Nur 66-mal im Jahr bezahlen Italiener bargeldlos, der Durchschnittseuropäer greift dreimal öfter zu Kredit- oder EC-Karte. Aus diesem Grund liegt in italienischen Bankfilialen wesentlich mehr Bargeld als in anderen Ländern, potentielle Täter können sich also sicher sein, dass dort etwas zu holen ist. Die Lösung des Problems liegt laut Pierfrancisco Gaggi in der Verringerung des Bargeldbestands. "Je weniger Bargeld wir in unseren Bankfilialen haben, desto weniger Überfälle wird es geben", zitiert die "SZ" den Vertreter des italienischen Bankenverbands ABI.

Viele Filialen, schwache Sicherheitsmaßnahmen
Wegen des Hangs der Italiener zu Scheinen und Münzen haben Bankräuber bei der Wahl des Objekts zudem eine große Auswahl: Laut "SZ" unterhalten die italienischen Kreditinstitute wesentlich mehr Filialen als ihre Pendants in Spanien oder Frankreich. Nahezu an jeder Straßenecke sei eine Zweigstelle einer Bank zu finden. Diese seien zudem oft schlecht gesichert: Zwar investieren italienische Banken jährlich 700 Millionen Euro in Alarmanlagen und Kameraüberwachung, allerdings profitieren kleinere Filialen selten davon.
Hinter den Banküberfällen stecken allerdings nicht die italienische Mafia oder andere Berufsganoven. Die durchschnittlichen Bankräuber in Italien sind meist Laien, die ihre Überfälle spontan begehen - Verzweiflungstäter also, die über die Runden kommen wollen. Die relative Armut lag 2009 laut der italienischen Statistikbehörde bei elf Prozent, im wirtschaftsschwachen Süden sogar bei fast 23 Prozent. Im Durchschnitt erbeuteten italienische Bankräuber bei jedem Überfall etwas mehr als 21.000 Euro, insgesamt erleichterten sie die italienische Kreditwirtschaft so um 37 Millionen Euro.


Mit Material von Spiegel-Online

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