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Kroatien: Zweiter Anlauf für Werften-Privatisierung

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Kroatien: Zweiter Anlauf für Werften-Privatisierung
Der Kroatische Privatisierungsfonds (HFP) hat die maroden kroatischen Werften am vergangenen Samstag (13. Februar) auf seiner Homepage neuerlich zum Verkauf ausgeschrieben. Anfang dieser Woche soll die Ausschreibung auch in kroatischen und internationalen Tageszeitungen veröffentlicht werden. Bis zum 19. April 2010 (14 Uhr) können die einzelnen Angebote für die insgesamt sechs Werften gelegt werden, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina.

Erste Privatisierung erfolglos
Der erste Privatisierungsversuch war im Vorjahr erfolglos geblieben. Diesmal hofft Kroatiens Regierung auf einen größeren Widerhall bei Investoren, unter anderem weil inzwischen die Eigentumsrechte der Werften an den Liegenschaften in einem Abkommen mit dem Staat geregelt wurden. Dadurch sollen nach Angaben des kroatischen Wirtschaftsministers Djuro Popijac (HDZ - Kroatische Demokratische Gemeinschaft) die Restrukturierungskosten für neue Investoren, die mindestens 40 Prozent der Kosten tragen werden müssen, geringer ausfallen. Kroatien wird den Werften 8 Mrd. Kuna (knapp 1,1 Mrd. Euro) für die Grundstücke an der Küste samt Infrastruktur abgelten, berichtete die kroatische Tageszeitung "Novi list".

Belastung für Staatshaushalt
Die staatlichen Werften werden heuer ein auch ein großes Loch in die kroatische Staatskasse reißen. Laut der kroatischen Wirtschaftszeitung "Poslovni dnevnik" muss Kroatien allein heuer 4,5 Mrd. Kuna an Krediten zurückzahlen. Nach Angaben von Finanzminister Ivan Suker (HDZ) wird dieser Betrag in den kommenden Jahren auf bis zu 13 Mrd. Kuna anwachsen.
Zum Verkauf stehen die vier staatlichen Mehrheitspakete (zwischen 83,32 Prozent und 99,78 Prozent) an den Werften "3. Maj", "Brodotrogir", "Kraljevica" und "Brodogradjevna industrija Split" um je 1 Kuna (13,7 Cent). Darüber hinaus werden die Werften Brodosplit-Brodogradilista specijalnih objekata (BSO) und Uljanik zum Nominalwert angeboten: Für 100 Prozent an BSO wird ein Mindestpreis von 18,16 Mio. Kuna und für 59,25 Prozent an Uljanik 397,49 Mio. Kuna verlangt.

Hohe Verluste
Bei diesen sechs staatlichen Werften waren Ende 2008 etwas mehr als 11.000 Mitarbeiter beschäftigt, wie das Finanzministerium in Zagreb der kroatischen Wirtschaftszeitung "business.hr" sagte. Die Werften haben insgesamt 7,4 Mrd. Kuna an Verlusten angehäuft - ebenso hoch sind mittlerweile die übernommen staatlichen Garantien. Nach Angaben der kroatischen Wirtschaftskammer hat der Schiffsbau einen Anteil von 12 Prozent an den Exporten des Adriastaates und trägt 1,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Insgesamt sollen die kroatischen Werften Aufträge für 34 Schiffe in ihren Büchern haben. Demnach wären die Kapazitäten bis Mitte 2011 ausgelastet.

Victor Sebecic für AdriaNews

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