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Montenegro: Luxushafen für reiche Skipper

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Auf dem Gelände eines ehemaligen jugoslawischen Marine-Stützpunktes in der Bucht von Kotor entsteht derzeit ein Sportboothafen der Superlative - mit viel Platz für dicke Schiffe und nobler Infrastruktur für ihre Eigner. Finanzierungsprobleme in der Wirtschaftskrise?

Oliver Corlette, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Porto Montenegro, winkt ab. Denn in dem Projekt unter Führung des Kanadiers Peter Munk, dem Gründer und langjährigen Vorstandschef des weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold, steckt reichlich Geld. Munk sollen 54 Prozent der Betreibergesellschaft gehören.

 

 Milliardäre als Gesellschafter

Mit von der Partie sind beispielsweise Bernard Arnault, der milliardenschwere Chef des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH, der russische Oligarch Oleg Deripaska, der Banker Lord Jacob Rothschild und sein geschäftstüchtiger Sohn Nathan, der mit Hedge-Fonds reich wurde, sowie schließlich der Ungar Sandor Demjan, ein Bau- und Immobilienlöwe mit Netzwerken in ganz Osteuropa. Auf der Düsseldorfer Messe "Boot" präsentierte sich Porto Montenegro vergangene Woche erstmals der Wassersport-Öffentlichkeit in Deutschland. Blickfang am bescheidenen Messestand: ein computeranimiertes Bild der neuen Supermarina. An mit Palmen geschmückten Piers dümpeln darauf kleine Segler ebenso wie Mega-Yachten. Dahinter baut sich, in Kulisse und Baustil maßvoll den venezianischen Häfen der Adria-Küste angepasst, die Infrastruktur auf.

 

Über 600 Liegeplätze

630 Bootsliegeplätze sollen in der ehemaligen Marinewerft "Arsenal" entstehen, allein 130 davon für Yachten mit einer Kai-Länge zwischen 30 und 180 Metern. Der Markt sei da, sagt Geschäftsführer Corlette: "Allein im Mittelmeer kreuzen im Sommer bereits 3000 Yachten der großen Kategorien, und 1000 Neubauten sind bereits geordert." Langsam werde es zum Problem, für die großen Schiffe überhaupt noch einen Heimathafen zum Überwintern zu finden, sagt er. Den Trend zu Luxusyachten - Faustregel: Jeder Meter Länge macht eine Million Euro Baukosten aus - bestätigt auch eine Untersuchung des Wiener Marktforschungsinstituts Interconnection. Trotz Konjunkturkrise erwarten die Experten, dass der Trend zu großen Schiffen anhält. Lapidar heißt es zur Begründung: "Es gibt immer noch mehr reiche Leute als Superyachten." Die Studie der Marktforscher prognostiziert zudem ein Wachstum von 14 Prozent zwischen 2008 und 2011, wobei die Umsätze sogar um mehr als 50 Prozent steigen sollen - weil die Neubauten immer aufwendiger werden.

 

EP/AN

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