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Reef Check und TUI gemeinsam im Riffschutz

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Rechlin (dpa) - Die Wiedervereinigung 1990 kam für Harald Kuhnle gerade richtig. "Sonst wäre ich wohl auf dem Mittelmeer statt an der Mecklenburgischen Seenplatte gelandet", sagt der 49-Jährige, der als Deutschlands Hausboot-Pionier gilt. Als Stuttgarter Maschinenbaustudent gründete er 1981 seine Charterfirma für Hausboote - an diesem Wochenende feiert die Unternehmensgruppe Kuhnle Tours GmbH mit 70 Beschäftigten ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Firma mit Sitz in Rechlin (Müritzkreis) und Stuttgart gilt als Schrittmacher im deutschen Charterbootgeschäft und Vorreiter beim Fahren ohne Bootsführerschein.

Mit der Vermittlung von Gästen gestartet
Die Firmengeschichte begann auf dem Bodensee, dort absolvierte Kuhnle als Student seine ersten Segeltouren. Von der Müritz hatte er damals noch keine Ahnung. Im Herbst 1980 startete der 24-Jährige auf einen Törn über den Atlantik, 1981 gründete er als Student eine Agentur, die Chartergäste vermittelte. "Sonst gehen Stuttgarter Maschinenbauer meist den Weg zu Daimler Benz", erklärt er.

Die boot als Entscheidungshilfe
Kuhnles endgültige Entscheidung für die Schiffe kam 1982 auf der Messe boot in Düsseldorf. Dort erfuhr er, dass damals noch niemand in Deutschland direkt Hausbooturlaub anbot. Seine kleine Firma wuchs bis 1989 auf zwölf Mitarbeiter, die vor allem in Süddeutschland und Frankreich aktiv waren. Dann kam die Wiedervereinigung und Kuhnle erstmals nach Mecklenburg-Vorpommern. Die für Mitteleuropa einmalig große Seenplatte zwischen Berlin, Stettin und Hamburg erschien wie geschaffen für Bootsurlaub, doch fehlten Anleger und Hafendörfer.

 


Sieben Stützpunkte
"Als ich am 4. Oktober 1990 einen Gewerbeschein in Waren holen wollte, wusste erstmal keiner was ich wollte", erinnert sich Kuhnle. In Waren eröffnete er seinen ersten Firmensitz, doch schnell wurde der Hafen zu klein. 1997 erwarb er im Süden der Müritz die Industriebrache der ehemaligen Schiffswerft Rechlin, der Grundstock für das heutige Hafendorf Müritz. Von hier aus werden inzwischen sieben weitere Stützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Frankreich gesteuert, der Jahresumsatz stieg auf 8,2 Millionen Euro.

Umweltgerecht und modern
Kuhnles Hausboote sind überall auf deutschen Wasserstraßen südlich Berlins bis zur Ostsee zu finden. "Sie sind wesentlich seetüchtiger als sie aussehen", bemerkt Kuhnle. Rund 100 solcher blau-gelben Kormorane laufen inzwischen. Hauptaugenmerk wird auf umweltgerechte und modernste Ausstattung gelegt. Fußbodenheizung, Internet, Doppelverglasung - der Hobby-Kapitän soll nichts vermissen, was er nicht auch in einer komfortablen Ferienwohnung erwarten würde.

Treue Kunden
Auf seinem Weg hat Kuhnle große Hindernisse ausräumen müssen. So tauchten sogar Munitionsaltlasten an seinem Standort Rechlin auf, die auch das Aus hätten bringen können. "Dass die Urlauber trotz wirtschaftlich schwieriger Lage uns die Treue gehalten haben, spricht für unser Traumrevier", sagt der Firmenchef. Damit die Nachfrage so bliebe, hat er die so genannte Charterscheinregelung angeschoben. "Ein Drittel unserer 18.000 Gäste im Jahr ist ohne Bootsführerschein unterwegs", sagt der Schwabe. Das soll 2006 noch ausgeweitet werden. Die Vorbuchungen liefen 2006 deutlich besser als in den Vorjahren.

 

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