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Wirtschaft: Schwache Brise auf der Boot 2009
Auch wer nur über einen kleinen Geldbeutel verfügt, soll Spaß haben. Mit diesem Motto versucht die Wassersportbranche der allgemeinen Wirtschaftskrise zu trotzen. Denn die ist auch auf der weltweit größten Wassersport-Messe "Boot" an jeder Ecke Gesprächsthema. Immerhin mussten die Veranstalter auf 150 Aussteller verzichten.
Wie beim Autokauf
"Wir befinden uns in schwerem Wetter, aber noch nicht im Sturm", beschreibt Christian Ludewig die konjunkturelle Lage. Der Sprecher des Delius-Klasing-Verlags kennt die Branche. "Es ist wie beim Autokauf. Manche haben das Geld, zögern aber, es auszugeben." Große Werften, die beispielsweise hochpreisige Yachten in Serie produzieren, befinden sich derzeit in schwerem Fahrwasser. Kleinere, die vor allem die Mittelklasse der Wassersportfreunde ansprechen, profitieren. So einer ist Siegfried George. Der 57-jährige Inhaber des Bootscenters Bielefeld hat vor einem Jahr den deutschen Exklusivvertrieb für den griechischen Bootsbauer Poseidon übernommen. Sein Segment sind kleine Anglerboote mit 4,35 Länge und bis zu 10 Meter lange Yachten. "Wir sprechen vor allem Familien an, die mit wenig Geld einfach Spaß am Wassersport haben wollen", sagt George, der seit 21 Jahren auf der "Boot" vertreten ist. Allerdings muss sich auch George stets etwas Neues einfallen lassen. So eröffnet er im März im Wassersportzentrum Großenbrode an der Ostsee einen zweiten Firmensitz. "Hier können die Kunden Boote chartern und die Übernachtung gleich mitbuchen", sagt George.
Trend zum Charterurlaub
Chartern scheint auch bei anderen Anbietern die Übergangslösung für wirtschaftlich schwache Zeiten zu sein. Für die im Delius-Klasing-Verlag erscheinenden Magazine "Yacht" und "Boot" wurde jetzt die weltweit größte Marktstudie der Wassersportwirtschaft in Auftrag gegeben. Ergebnis: Viele Segler und Motorbootfahrer planen in den nächsten drei Jahren einen Bootskauf. Insgesamt wollen sie mit durchschnittlich 115.000 Euro aber weniger ausgeben als im Vorjahr (122.000 im Bereich Motorboote). Fast die Hälfte (49 Prozent) gab an, schon einmal ein Schiff für einen Törn gechartert zu haben. Gegenüber 2005 sind das zehn Prozent mehr. Bei den Seglern sind es sogar 68 Prozent (2006 erst 59 Prozent). "Auch wenn die Bootshersteller zu kämpfen haben, Wassersport bleibt beliebt und die Branche wächst", sagt Ludewig.
Alles für den Wassersport
Neben Wasserfahrzeugen zeigt die "Boot" auch alles Drumherum: Stände mit Schuhen, Jacken und Accessoires werden dicht umlagert. Der Bielefelder Hängematten-Produzent Rainer Kespohl (49) ist einer, der davon profitiert. Seine Firma Mira Art ist zum zweiten Mal dabei. Die Traumschwinger, so nennt Kespohl die Hängematten und -stühle aus Baumwolle, hängen auf großen Yachten und an den Traumstränden der Erde. "Wassersport und Entspannen in der Hängematte passen einfach gut zusammen", findet Kespohl.
Quelle: NeueWestfälische mit freundlicher Genehmigung
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