Italien: Adria ohne Massen

taranto_straende_canneto_beach_italienGeben Sie mal in Google-Maps die Begriffe "Alimini" und "Otranto" ein und aktivieren Sie die Satelliten-Ansicht. Sie werden aus dem Staunen nicht herauskommen: So einen unverbauten kilometerlangen Sandstrand gibt's tatsächlich an der italienischen Adria? - Ja, und er ist "live" noch schöner als am PC! Einziger Schönheitsfehler: Um zu diesem Prachtexemplar von Dünenstrand zu gelangen, müssen Sie eine längere Anreise einplanen - exakt 1600 km ab Wien. Ziel der Reise ist nämlich der südlichste Zipfel von Apulien, oder, einfacher gesagt, der Absatz Italiens.

Der Salento, wie die Region südlich der Provinzhauptstadt Lecce auch heißt, überrascht selbst eingefleischte Italien-Fans. Zunächst einmal durch den Umstand, dass es entlang der ca. 100 km langen Adriaküste zwischen San Cataldo und Santa Maria di Leuca aus welchen Gründen auch immer so gut wie keine Hotels oder sonstige touristische Infrastruktur gibt. Zwar sind manche Küstenabschnitte felsig und daher nur bedingt badetauglich, dazwischen erstrecken sich aber Sandbuchten vom Feinsten. So etwa der oben erwähnte Alimini-Strand nahe von Otranto. Oder, ein Stück weiter nördlich, die Bucht bei Torre dell'Orso.

Zusätzlich erfreulich, und für die italienische Adria nicht selbstverständlich: Die Küstenregion wurde mehrfach als die sauberste Italiens ausgezeichnet. Möglich macht's der Kanal von Otranto: Die Meeresenge zwischen Italien und dem ca. 80 km entfernten Albanien sorgt durch die starke Strömung für glasklares Wasser.

Italienischkenntnisse sind Pflicht

Zweite Überraschung: Als Tourist wird man hier kaum ein Wort Deutsch hören. Im Salento bleiben die Italiener unter sich. Die beiden apulischen Flughäfen Bari und Brindisi sind nicht gleich ums Eck, folglich gibt's so gut wie keinen Pauschaltourismus. Ein Mietauto und ein bisschen Italienischkenntnisse sind also Pflicht, dafür erlebt man Italien pur.

Zum Beispiel beim fantastischen Essen: Der Schwerpunkt liegt auf Fisch und Meeresfrüchten. Kosten Sie einmal, wenn Sie sich trauen, ricci (Seeigel), die als Pasta-Zutat oder auf den Märkten roh angeboten werden. Die pasta, also der Nudelteig, wird noch häufig in Heimarbeit hergestellt und vor den Haustüren zum Trocknen aufgehängt. Zu den bekanntesten salentinischen Nudelsorten zählen die orecchiette ("kleine Ohren") und die fusilli (Spiralnudeln).

Abgesehen von Bade- und Essfreuden hat der Absatz Italiens aber auch kulturell einiges zu bieten. Beispielsweise die Provinzhauptstadt Lecce, die durch ihre Vielzahl an Barockbauten beeindruckt. Der in der Gegend noch immer abgebaute weiche, honiggelbe Sandstein (pietra Leccese), der erst nach der Bearbeitung aushärtet, verleiht der Stadt ihren ganz eigenen, freundlichen Charakter. Besonders schöne Exemplare der Lecceser Barockbauten sind die Kirche Santa Croce und die Piazza Duomo mit Dom und Bischofspalast. Insgesamt wirkt Lecce im Gegensatz zu anderen süditalienischen Metropolen wohlhabend, jung, vital - und sauber. Ein besonderes Spektakel ist der allabendliche Zug der Nachtschwärmer, der sich ab 20 Uhr durch die Fußgängerzone wälzt: Sehen und gesehen werden ist angesagt.

Capri-Feeling

Das Schmuckstück des Salento ist die kleine Hafenstadt Otranto, ca. 50 km südlich von Lecce. Beim Schlendern durch das von riesigen Festungsmauern umgebene Örtchen kommt fast so etwas wie Capri-Feeling auf: winzige Gässchen, unzählige nette Läden, herrlicher Ausblick auf das türkisblaue Meer und der hübsche Hafen. Dazu jede Menge netter Restotranto5aurants und Bars, das Ganze aber ohne den in anderen Teilen Italiens üblichen Touristen-Nepp: Ein Cappuccino ist a tavola, also im Sitzen, bereits um 1,50 € zu haben. Mit der normannischen Kathedrale Santa Maria Annunziata besitzt die Stadt eine der sehenswertesten Kirchen Apuliens. Ihre Hauptattraktion ist das 800 m² (!) große, fast vollständig erhaltene Fußbodenmosaik mit unzähligen biblischen, mythologischen und historischen Motiven. Sehenswert auch die Krypta mit einem labyrinthischen Wald aus dorischen, romanischen und korinthischen Kapitellen.

Otranto ist ein guter Ausgangspunkt für eine Rundfahrt um den Südzipfel des Absatzes. Entlang der spektakulären Küstenstraße kommt man aus dem Staunen nicht heraus: Tolle Ausblicke auf das tiefblaue Meer, tief ins Land eingeschnittene Minifjorde (z. B. bei Porto Badisco und Castro) und Küstengrotten mit prähistorischen Spuren - aber auch hier weit und breit keine Hotelklötze. Ins Auge stechen dagegen einige exotisch wirkende Prunkpalazzi, wie in Santa Maria di Leuca, dem südlichsten Wallfahrtsort Italiens. Entlang der Uferpromenade ließen sich um 1900 wohlhabende Adelige Sommerresidenzen errichten, und zwar als fantasievolle, bunte Prachtpaläste. Ein ungewohnter Anblick für das Auge des Mitteleuropäers - aber auch schon das Einzige, was an diesem Stück Ur-Italien nicht italienisch wirkt.



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