Reise: Von Berlin mit dem Autozug nach Triest

 

autoreisezug__db.jpgAm Autozug-Bahnhof in Berlin-Wannsee werden die Kunden mit Prosecco, Orangensaft und Salzgebäck begrüßt. Während die Gäste die Getränke und die Sonnenstrahlen genießen, werden Motorräder und Pkw auf den Zug verladen. Am nächsten Morgen - nach einer 17-stündigen, sanft ratternden Fahrt auf Schienen - werden sie am Bahnhof in Triest von einer kleinen Musik-Kapelle empfangen, die italienische Schlager schmettert. Dazu gibt es den weit über die Landesgrenzen hinaus berühmten San-Daniele-Schinken sowie Weißwein aus der an Slowenien und Österreich grenzenden italienischen Region Friaul-Julisch Venetien.

 

 

Triest neu im Programm

Die Deutsche Bahn (DB) Autozug GmbH, eine hundertprozentige

Tochter der DB Fernverkehr AG, hat Triest neu ins Autozugprogramm

aufgenommen. Ab April fährt der Autozug dreimal wöchentlich von Berlin

und Hamburg sowie Düsseldorf und Frankfurt (Neu-Isenburg) zur

Hauptstadt Friaul-Julisch Venetiens im Nordosten Italiens an der Adria.

Die Lokomotive zieht neben den Fahrzeugtransportwagen mehrere Waggons

mit Schlaf- und Liegeabteilen sowie Bordrestaurants.

In Berlin-Wannsee fährt der Autozug um 17.00 Uhr ab und erreicht Triest

am nächsten Morgen um 10.15 Uhr. «Ein langer Ritt», sagt Benno

Chudowski aus Berlin-Rudow. «Aber stressfrei und bequem, man schläft

gut.» Bis Triest seien es über den Daumen gepeilt rund 1200 Kilometer.

«Warum soll ich mir so eine lange Fahrt mit dem Pkw auf der eintönigen

Autobahn antun?», fragt der 80-Jährige. «Da hätten wir sicherlich in

München übernachtet.»

 

 Nicht billig aber stressfrei

Billig sei der Autozug nicht, aber ob die Autofahrt wirklich

günstiger sei, wenn man Benzin- und Pensionskosten, Materialverschleiß

und Verpflegung mitrechne, sei mehr als fraglich. An den Stress wolle

er erst gar nicht denken.

Hartmut Pfeiffer und seine Frau lassen sich am Morgen auf dem Bahnsteig

in Triest den Café munden. «Wir sind gut ausgeruht, der Zug fährt sehr

ruhig», sagt der 63-jährige Motorradfahrer aus Berlin-Spandau. Für ihn

und seine Frau sei die neue Autozugverbindung ein willkommener Anlass,

sich in Venetien umzuschauen. Die Autobahnfahrt sei keine Alternative.

«Kalt, langweilig, man muss unglaublich aufpassen, gerät womöglich in

einen Stau - dauert viel zu lange», sagt Pfeiffers Ehefrau Traute. «Und

zwei Übernachtungen hätten wir auch noch zahlen müssen', fügt er hinzu.

Überdies seien nach so einer Strecke zwei Motorradreifen verschlissen.

Die Pfeiffers zählen zu den wenigen Bahnkunden, die das Ticket für die

Hinfahrt zum Sonderpreis von 159 Euro bekommen haben - für das Motorrad

und zwei Personen. Die regulären Preise sind je nach Saison und Komfort

deutlich teurer.

Die Zielgruppe des DB-Autozugs seien Menschen über 50 mit einem

durchschnittlichen Nettoeinkommen von 4000 Euro monatlich, sagt

Autozugchef Guido Göldner. Schnäppchenjäger zählten nicht zu den

Kunden. «In der Summe», räumt der Manager ein, «sind wir teurer als

andere Reiseanbieter.»

 

 Schnäppchen ab 159.- Euro

Dennoch, die Fahrt mit dem Autozug hat Charme, und wer ein

Ticket zum Spezialtarif ergattert, fährt günstig. Für die Bahn ist der

Autozug-Betrieb allerdings ein Defizit-Geschäft, wie Göldner bestätigt.

Konkrete Zahlen will der Manager allerdings nicht nennen. Im

vergangenen Jahr seien die Autozüge zu 67 Prozent ausgelastet gewesen.

«Dieses Jahr wollen wir dies um sechs Prozentpunkte steigern», ergänzt

er. Langfristig sei eine Auslastung von 80 Prozent geplant.

Göldner rechnet damit, dass DB-Autozug die Auswirkungen der

Wirtschaftskrise erst im nächsten Jahr zu spüren bekommt. Die Buchungen

seien derzeit stabil. Bis zum Jahr 2016 müsse die Autozug-Sparte

zeigen, dass sie wirtschaftlich arbeite, betont Göldner. Würde das

Angebot aufrechterhalten, müssten 100 neue Autotransporter angeschafft

werden. Die Kosten hierfür könnten zurzeit nicht beziffert werden. «Wir

versuchen bis 2011 eine schwarze Null zu schreiben», sagt Göldner. Dann

werde sich auch die Anschaffung neuer Transportwaggons rentieren.

 

Quelle: bahn.de/autozug



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