Auf den Spuren Fellinis - Urlaub in Rimini

strand_rimini.jpgDie italienische Adria zwischen Rimini und Ravenna An den Stränden der adriatischen Badeorte bleibt nichts dem Zufall überlassen. Hier stehen Heere von Sonnenschirmen und Liegen in Reih und Glied, zugehörig zu Bars mit Duschen und Umkleidekabinen, den so genannten „Bagnos“. Anfangs habe ich es nicht gewagt, meine Sonnenliege zu verrücken, es dann später doch getan, um morgens festzustellen, dass sie wieder exakt mit den anderen in einer Reihe stand. Zentimetergenau. Die Adria ist lau und flach, mit müden kleinen Wellen, voller Algen und anderen Gewächsen. Gleichförmig wie das Strandmobiliar sind hier die Urlaubstage, wenn man es so will: aufstehen, essen, an den Strand gehen, sonnen, baden, essen, an den Strand gehen, sonnen, baden, essen, schlafen, essen.

Vor allem essen. Vollpension, das bedeutet hier Frontalangriff auf die Figur. Nudeln und Fisch, Fisch und Nudeln. Makkaroni, Spaghetti, Tagliatelle, Tortellini. Nudeln mit Tomatensoße, Nudeln mit Fischsoße, Nudeln mit Sahnesoße, Nudeln mit Soße Bolognese. Seezunge, Makrele, Schwertfisch, Scholle, adriatisches Fischfilet. Gemüse und Fisch im Teigmantel. In ihrer Gleichförmigkeit ist die durchschnittliche italienische Hotelküche durchaus abwechslungsreich. Man kann auch die Tage abwechslungsreicher gestalten, wenn man will. Man kann ins Hinterland fahren, in die Berge, wo jeden Berg eine Burg ravenna_sanv._1.jpgkrönt, man kann sich die Burgen der Malatesta und der Montefeltro ansehen und sich die Geschichten über die Fehden der beiden alten Adelsgeschlechter anhören, die einst die Gegend beherrschten. Man kann nach Urbino fahren und sich den beeindruckenden Renaissancepalast des Frederico da Montefeltro ansehen, oder in den Zwergenstaat San Marino zum Besichtigen der dortigen Burgen und zum zollfreien Shopping. Möglichkeiten gibt es genug, jedoch überlegt man sich die eine oder andere bei gefühlten 35 Grad im Schatten Julihitze. Aber die herrlichen Mosaiken in der Kirche San Vitale in Ravenna und im Mausoleum der Galla Placidia, einer römischen Kaiserin der Spätantike, sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Ich habe Vergleichbares noch nie gesehen. In Rimini, wo Regisseur Frederico Fellini 1920 geboren wurde, gibt es einen sehr alten römischen Triumphbogen und eine schöne Altstadt. Breite, von Villen gesäumte Alleen führen hinunter zum Meer, wo sich die Hotels an der Promenade aufreihen. Dort, wo früher die Prominenz entlang geschritten ist, joggt man heute: jung, schlank, und braun gebrannt im Edel-Shirt – so läuft das moderne Rimini an einem vorbei. Man gibt sich gern mondän und lässt auch schon mal den Hochkaräter im Restaurant aufblitzen. In Cesenatico, wo wir logieren, ist es etwas fellini-federico.jpgeinfacher. Hier wie überall in dieser Gegend urlauben vor allem Italiener. Man isst italienisch, man spricht italienisch, man trinkt italienischen Wein und sonnt unter italienischer Sonne. Die Region hat sich nicht verkauft. Sie hat den frühen Sturm der Teutonen auf ihre Seebäder erlebt und überlebt, ohne sich zu verneigen oder gar zu verleugnen. Keine Schilder mit Aufschriften wie „Eisbein mit Sauerkraut“ locken in die Restaurants, keine Hochglanzplakate mit deutscher Schrift laden zu Ausflügen ein. Das einzige Zugeständnis des italienischen Hotelpächters an seine deutschen Gäste sind Bitburger in der Bar und eine Speisekarte in Deutsch. Es ist gut so, wie es ist. Der Strand gehört tagsüber den Kindern, die hier Burgen und Kanäle bauen, Wasser umleiten und ihre großen Luftmatratzenschiffe zu Wasser lassen. Und abends, wenn ein voller gelber Mond über der stillen Adria aufgeht, gehört er wieder dem Meer.

 

Text: Majoha/Luigi Castello



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