Kvarner Archipel: Weiße Molen, azurblaues Meer

kvarner_1.jpgDer Reiz der Fels- und Kiesstrände der Kvarner Bucht und Inseln sind seit Jahrhunderten ungebrochen. Die Inseln sind die kalkigen Resultate der Ablagerung uralter Schalen und Skelette von Meeresgetier. Der helle und brüchige Kalkstein ist auch das traditionelle Baumaterial der Region. Kirchen, Paläste, Wohn-häuser und Ställe, ebenso wie die Mauern, die die Schafweiden und Hirtenreviere umzäunen, Kais und Molen – alles aus dem charakteristischen Kalkstein. Die 31 Kilometer lange Insel Losinj ist einer der sonnenreichsten Plätze Europas, und wegen ihres besonderen Klimas sogar für Asthmakranke besonders empfehlenswert. Die heilklimatische Luft der Insel inhaliert man am besten auf einer Wanderung auf gut ausgeschilderten Wegen über den Bergrücken Osorscica, dessen höchster Gipfel, der Televrina, knapp 600 Meter über dem Meer liegt. Genügend Wasser und Sonnenschutz sind das Allerwichtigste auf einer Kvarner Bergtour. Der Duft von Rosmarin und Lorbeer liegt in der Luft, und die Anstrengungen werden mit erhebenden Ausblicken über das azurblaue Meer und die Inseln der Bucht belohnt. Von der Nachbarinsel Cres ist Losinj durch einen – von einer Drehbrücke überspannten – Kanal getrennt. Osor heißt die ehrwürdige Stadt am Kanal, die bis ins Spätmittelalter Bischofssitz und Verwaltungssitz der Republik Venedig war. Dem heiligen Gaudentius, Bischof von Osor, wird zugute gehalten, dass er die Inseln auf wunderbare Weise von Giftschlangen befreit hat, und tatsächlich gibt es weder auf Cres noch auf Losinj gefährliche Reptilien. Malaria und Pest haben Osor aber nach und nach kvarner_2.jpgentvölkert – heute wohnt kaum noch jemand dort. In der Antike waren Cres und Losinj unter dem Namen Apsyrtides als meeresumspülte Inseleinheit bekannt. Sehr früh schon wurde an der schmalsten Stelle ein Kanal gegraben, um den Schiffen den Umweg um das langgezogene Eiland zu ersparen – so entstanden Cres und Losinj. Das nördlicher gelegene Cres hat höhere Berge und ein raueres Klima als das lieblichere Losinj. Mitten auf dem karstigen Cres liegt auf dreizehn Metern über dem Meer der Süßwassersee Vransko jezero, Trinkwasserreservoir für beide Inseln. Die tiefste Stelle des süßen Sees reicht sechzig Meter unter den Meeresspiegel. Vor der Insel Cres liegt eine feuchte Attraktion für Tauchwillige, das Wrack des Handelsschiffes Lina, das in Rijeka mit einer Ladung Holz in See gestochen war und den anvisierten sizilianischen Hafen nie erreichte. Das Schiff rammte ein Unterwasserriff und sank im dichten Nebel. Mit fortgeschrittenen Tauchkenntnissen kann man sich zum gut erhaltenen Wrack wagen, dessen Bug in 22 Metern und dessen Heck in 55 Metern Tiefe liegt. Bura, die Herrin der Windrose Wer lieber auf der Wasseroberfläche bleibt, dem sind die windumtosten Kvarner Inseln allemal einen Segeltörn wert. Herrin der Windrose in der Kvarner Bucht ist die Bura (italienisch Bora), kvarner_3.jpgdie aus dem nordöstlichen Küstengebirge gelegentlich zum tosenden Orkan aufbraust. Der Südwind heißt im Kvarner Jugo – in Italien Scirocco – und dann wären da noch Lebic, Maestral, Lebant, Pulentada, Tramontana und Burin. Jeder dieser Winde hat seine ganz speziellen Charakteristika, ebenso wie auch jede der Inseln ihre unverwechselbare Identität hat. Die vielleicht schönste Beschreibung der Landschaft des Kvarner Archipels stammt von dem Künstler Mario Decleva, der 1930 in Veli Losinj geboren wurde. 1974, wenige Jahre vor seinem Tod, hielt Mario Decleva die Eindrücke seiner Inselheimat fest: „Die Steine, das Meer, mein Haus, die Olivenbäume, Steineichen und Wacholderbüsche ringsum leben in meiner Erinnerung weich und schattenhaft im verbindenden Lichte der Dämmerung, hart, oftmals feindlich im gleißenden Mittag, unheimlich des Nachts. Hin und wieder tritt der Mensch hinzu, den Felsen, den Pflanzen, den Bergen und dem Meer verwandt und ähnlich wirkend wie diese, doch fremd und unverständlich, wenn er die stille Einheit bricht.“



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