Triest - Auf den Spuren des Commissario Laurenti

178triest.jpgDer Kommissar nennt sich Proteo Laurenti und ermittelt in der wohl untypischsten aller italienischen Städte: Triest. Ein halbes Jahrtausend gehörte die Schöne an der Adria zum Habsburger Reich. Kaiserin Maria Theresia ließ den Hafen bauen. Der deutsche Autor Veit Heinichen hat Triest zu seiner Wahlheimat auserkoren. Heinichen, zuvor Buchhändler und Lektor, ist Autor von mehreren Kriminalromanen, die alle in Triest und dem angrenzenden Karstgebirge spielen.

Einer von Heinichens Lieblingsplätzen ist der Molo Audace, ein ins Meer ragender Laufsteg, dessen Buckelpflaster die Flaneure zwingt, die Schritte mit Bedacht zu setzen. Angler sitzen auf Pollern, Liebespaare halten sich umschlungen, im Hintergrund tutet die Albanien-Fähre. Am Canal Grande, der so heißt wie sein Bruder in Venedig, hier aber nur 200 Meter lang ist, liegen die Boote von Freizeitkapitänen und Hobbyfischern. In Triest sollte man am späten Nachmittag ankommen, wenn man bei der Einfahrt auf der Strada Costiera die Sonne im Rücken hat und die Stadt unter Bühnenbeleuchtung aufglänzt. Kurz bevor der glutrote Lichtball im Kitschblau der Adria versinkt, strahlt er die Piazza Unità auf ihrer ganzen Breite an. Die Vergoldungen an der ohnehin prächtigen Fassade des Palazzo del Goberno blenden das Auge. Dann zeichnet die blaue Stunde den Himmel ultramarin. Die Flaneure zerstreuen sich und entschwinden in Osterien, Trattorien und Restaurants. Die triest180.jpgKüche ist ein habsburgisch-mediterranes Durcheinander. Aus den „Buffets" riecht es nach gekochtem Schweinefleisch und Sauerkraut. Aus den Konditoreien durftet es nach Strudel, Palatschinken und süßen Verführungen wie Presnitz, Pinza und Putizza. Dann wieder treibt der Wind das Aroma von Tomaten und Thymian, von Fisch und Meeresfrüchten vor sich her. Die Miesmuscheln kommen von Zuchten direkt vor der Stadt. Klar also, dass auch Commissario Laurenti ein Feinschmecker ist. „Ein Roman ist das beste Mittel, um die Neurose einer Epoche zu beschreiben", sagt Heinichen. Denn wie jede Hafenstadt, kennt auch Triest das Böse. Die Randlage an der Grenze der Blöcke ist allerdings längst Geschichte.

„Melancholisch" war noch vor zwanzig Jahren ein strapaziertes Attribut bei der Beschreibung der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien. Doch Triest hat seine Schwermut abgelegt. Kein anderer Mittelmeerhafen liegt so nah an Mitteleuropa.

Aber an allen Kais dieser Welt wird immer auch im Trüben gefischt - meist handelt es sich um Kämpfe um Anteile an dunklen Geschäften. Veit Heinichens Krimis erzählen von Fischhändlerinnen, die mit Drogen dealen, von Menschenhandel und Zwangsprostitution. In Wirklichkeit hat es in Triest in den vergangenen fünfzig Jahren neun unaufgeklärte gewaltsame Todesfälle gegeben, weiß Heinichen. Und Delikte wie Taschendiebstahl oder Straßenraub sind so gut wie unbekannt. Wenn die Nacht fällt, muss sich also kein Reisender in Triest fürchten und kann unbesorgt auf den Spuren des Commissario Laurenti wandeln.



Über AdriaMediaGroup:

Seit 1999 bilden Online-Magazine das Fundament unseres Unternehmens. Dank unser regelmäßigen Markt- und Zielgruppenanalysen kennen wir unsere Leserinnen und Leser sehr gut und wissen genau, was diese von unseren Magazinen erwarten. Mit renommierten Nachrichtenagenturen wie dpa und AFP ergänzen wir die uns zur Verfügung stehenden Informationsquellen aus Politik und Wirtschaft. Stetig entwickeln wir unsere Magazine weiter und kreieren immer wieder neue Online-Magazine, die speziell auf das entsprechende Marktumfeld angepasst sind. Ob das kleine Nischenmagazin, ein Wirtschaftsjournal im Internet oder ein Tageszeitung im Internet. Mit über 45 Millionen Seitenaufrufen pro Monat (quelle: PIWIK September 2016), zeigt sich dass unsere aktuellen Magazine vom Publikum sehr gut angenommen werden. In den 17 Jahren unserer verlegerischen Tätigkeit mussten wir uns bis heute weder einem Abmahnverfahren stellen noch jemals einen Widerruf veröffentlichen. Entgegen anderer Verlage basiert unsere Berichterstattung auf seriöser Recherche und reinen Fakten. Wir sehen in grundsolider Berichterstattung auch heute noch die Zukunft unserer Arbeit.

Die AdriaMediaGroup ist seit 1999 auf dem internationalen Markt tätig. Derzeit publiziert die ADMG auf dem deutschsprachigen Markt über 80 Online-Magazinen aus unterschiedlichsten Themenbereichen. Alle Zeitschriften werden von unserem eigenem Redaktionsteam regelmässig aktualisiert.