Unentdeckte Welten: Ein Törn entlang der Küste von Montenegro

kotor.jpgMontenegro, der derzeit jüngste Staat der Erde, ist erst seit Juni 2006 unabhängig. Auf nur 13.812 Quadratkilometern, knapp einem Fünftel weniger Fläche als das Bundesland Thüringen hat, zeigt Montonegro vielfältige Kontraste: vier Nationalparks, vier verschiedene Klimazonen sowie einen der schönsten Fjorde Europas - die Boka Kotorska. Wir starten unsere Entdeckungstour entlang der Küste in der alten Stadt Kotor, wo auch unser Charterunternehmen Montenegro Charter Company zu Hause ist. Kotor und die Bucht von Kotor Kotor, am Ende der Boka Kotorska ("Bucht von Kotor") gelegen, repräsentiert eine der selten gewordenen mediterranen Handelstädte, die ihr mittelalterliches Antlitz bis heute bewahren konnten.

Hier findet man kulturelle Spuren zurück bis zum Anbeginn der Zivilisation und zahlreiche Herrscher hinterließen seitdem ihre Zeichen. Dies alles waren Gründe genug für die Unesco Kotor 1979 zum Weltkulturerbe zu erklären. Eine der größten Attraktionen für Besucher Kotors ist die alte Stadtmauer, deren Errichtung bereits im 9. Jahrhundert begann. Mit ihren gut 4,5 Kilometern Länge ist sie die drittlängste intakte Stadtmauer der Welt. Teilweise misst ihre Breite 16 und ihre Höhe 20 Meter. Sie ist eine am besten erhaltenen Befestigungsanlagen im gesamten Mittelmeerraum. Nur fünf Seemeilen nordwestlich von Kotor liegt die kleine barocke Stadt Perast mit seiner glücklichen Geschichte. Die Stadt liegt auf dem Berg St. Ivan, der eigentlich kaum annehmbare Lebensbedingungen bietet. Zu Zeiten, in denen die Venezianer über die innere und Ottomanen über die äußere Bucht von Kotor herrschten, entwickelte sich Perast jedoch zu einem Ort von äußerst wichtiger strategischer Bedeutung. Die lediglich 300 Einwohner der Stadt wurden von der Republik Venedig eifrig umworben und erhielten schließlich das Privileg, Warenverkehr mit großen Schiffen abwickeln und Handel mit Venedig treiben zu dürfen, ohne Handelssteuer zahlen zu müssen - was ihnen zu unermesslichem Reichtum verhalf. Der Wohlstand der Einwohner von Perast zeigte sich etwa darin, dass sie dem berühmten venezianischen Architekten Giuseppe Beati gegen Ende des 18. Jahrhunderts 50.000 Venezianische Goldstücke (etwa 200 Kilogramm Gold) zahlen konnten, damit der ihnen den mit 55 Metern höchsten Glockenturm an der Ostadriatischen Küste baute. mn-st.georg.jpgWenn man von See auf kommend auf Perast zu segelt, wird der Blick bis heute angezogen durch die palastartigen Anwesen der Familien Bujovic, Smekja und Zmajevic sowie durch die Kirche Gospa od Rozarija (Jungfrau der Rosen). Gospa od Skrpjela und St George Direkt vor der Stadt Perast liegen zwei kleine Inseln. St. Georg mit einer gleichnamigen kleinen Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist eine natürliche Insel. Direkt neben St. Georg befindet sich die künstliche Insel Gospa od Skrpjela ("Unserer Jungfrau des Felsens"), die auf bemerkenswerte Weise angelegt wurde: Einst war hier nur ein Riff, das vom Meeresboden bis auf einen Meter unterhalb der Wasseroberfläche aufragte. Über einen Zeitraum von 200 Jahren hinweg wurde es von den Einwohnern Perasts dazu genutzt, um dort Steine und alte Schiffe zu versenken, bis schließlich ein Plateau von 3.030 Quadratmetern entstand, auf dem man eine Kirche errichten konnte. Durch ihre besondere Lage bekannt geworden erhielt die Insel-Kirche Jahrhunderte lang Spenden und Geschenke, so dass sie heute eine Art Galerie und Kunstsammlung ist, in der die verschiedensten Objekte zu bewundern sind. Neben 68 Ölgemälden aus dem 17. Jahrhundert, die auf den hochbegabten ostmediterranen Barockmaler Tripo Kokolja zurückgehen, sind die Wände mit 2.500 goldenen und silbernen Gedenktafeln geschmückt, die die Menschen aus Boka spendeten, um verschiedenste Katastrophen abzuwenden.  Nahe insel_der_blumen.jpgPerast liegt Risan, jener Ort, an dem die letzte Illyrische Königin Teuta bis 167 vor Christus residierte, wie durch zahlreiche archäologische Funde belegt ist. Mit Kurs auf die offene See fahren wir durch die nur 30 Meter breite Meerenge Verige und verlassen damit die innere Bucht von Kotor, die ebenfalls unter dem Schutz der Unesco steht. Backbord bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die Stadt Tivat, der von hier umso schöner ist, als er sich auch noch mit der "Insel der Blumen" und der "Insel unserer lieben Frau" schmückt. Im weiteren Verlauf unseres Törns kommen wir nach Herceg Novi, 14 Seemeilen von Kotor entfernt. Herceg Novi Wenn man von See kommt, erkennt man vier Befestigungs­anlagen, die Herceg Novi sein typisches Stadtbild verleihen: Spaniola stammt aus dem 15. Jahrhundert. Kanli luka aus dem 16. Jahrhundert war einst Gefängnis und hat sich in dieser Zeit den Beinamen "Blutiger Turm" erworben (kanli = blutig). Heute ist es eine der schönsten Freiluftbühnen des Mittelmeerraumes. Darüber hinaus gibt es noch das Forte Mare, das heute als Kino und Diskothek dient und eine Zitadelle. Im Herzen der Stadt befindet sich ein Segelclub mit einer sehr günstig gelegenen Marina. Wir verlassen die Bucht von Kotor, deren Einfahrt von zwei hübschen Festungen aus der österreich-herzeg_novi.jpgungarischen Periode geziert wird: Arza legt an Backbord, Mamula befindet sich auf einer Insel voraus mitten in dem engen Sund, während wir das Kap Ostro an Steuerbord haben. Fischerei mit traditionellen Methoden Wir segeln weiter entlang der Montenegrinischen Küste nach Südosten. Felsige und unbewohnte Landschaft begleitet uns bis zum Fischerdorf Bigoya, das sich in einer kleinen und gut geschützten Bucht befindet. Bigoya liegt 22 Seemeilen von Kotor entfernt und ist ein idealer Platz für die Nacht. Die Bucht ist hervorragend zum Ankern geeignet, es gibt auch eine Pier mit Wassertiefen zwischen 2 ud 4 Metern. Sechs Boote können hier festmachen. In unmittelbarer Nähe der Pier ist auch es ein hervorragendes Fischrestaurant in authentisch mediterranem Stil ansässig. Der zweite Segeltag soll uns nach Budva führen, das 12 Seemeilen entfernt ist. Bereits nach ungefähr 3,5 Seemeilen treffen wir auf das Flach Seka Albanesa, das mit unbeleuchteten Seezeichen gekennzeichnet ist. Nachts sollte man es nur mit größter Vorsicht passieren. Kurz vor unserem Ziel Budva passieren wir den übrigens den beliebten Sandstrand Jaz. Die Ansteuerung von Budva ist beidseitig betonnt und man sollte tunlichst innerhalb des markierten Fahrwassers bleiben. Die Altstadt von Budva gehört zu den ältesten Siedlungen des östlichen Mittelmeeres. Als hier 1938 das erste Hotel, das Ayala, errichtet budva.jpgwurde, entdeckte man eine vor den Toren Budvas gelegene Totenstadt. Die dort ausgegrabenen Schmuckstücke und Töpfereien legen Zeugnis darüber ab, dass hier zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert vor Christus wichtige und reiche Persönlichkeiten zu Hause waren. Mit seiner weit ins Meer vorgelagerten Position war Budva immer wieder das Ziel vieler Eroberer. Im Jahre 1096 verweilten hier Kreuzritter auf ihrem ersten Kreuzzug unter der Leitung von Raimund von Toulouse, dann Richard Löwenherz zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Alle Herrscher der Vergangenheit haben Zeugnisse ihrer Anwesenheit hinterlassen, und viele sind erhalten geblieben. Enge, kurvige Strassen mit kleinen Plätzen und Gebäuden verleihen Budva den Charme einer typischen mediterranen Stadt. Budvas Stadtmauer ist viele Male niedergerissen und neu errichtet worden, aber da, wo sie heute steht, stand sie schon im Mittelalter. Architektonische Spuren der der Antike, des römischen Reiches, des byzantinischen Reiches, Venedigs und der österreich-ungarischen Zeit sind darauf zu sehen. Romantische Halbinsel: die Altstadt von Budva Die Marina, die gegenüber der Altstadt liegt, ist vor Wellen gut geschützt und daher außerordentlich gut besucht. In der unmittelbaren Nähe von Budva liegen viele der schönsten Strände an der ostmediterranen Küste. Einer von ihnen, der Strand von Becici wurde 1937 mit einer goldenen Palme als schönster Strand Europas ausgezeichnet. Die Klarheit des Wassers, der häufige Sonnenschein, die Ausrichtung des Strandes zur Sonne, die Vielzahl von Farben, der Durchmesser der Kiesel (2 bis 4 Millimeter) und die Länge des Strandes (rund 2 Kilometer) haben sich seitdem nicht verändert und der Ort ist immer noch genauso attraktiv wie damals. Sveti Stefan Eine besondere Attraktion der montenegrinischen Küste ist die Halbinsel sveti_stefan.jpgSveti Stefan, deren Geschichte auf das 15. Jahrhundert zurück geht und an deren höchster Stelle sich eine alte Kirche befindet. Die Authentizität des mediterranen Stils veranlasste die Tourismusbehörden, neben dem Gotteshaus kleine dörfliche Häuser zu errichten und luxuriös auszustatten. Im Jahre 1963 begann für die Insel eine neue Epoche als exklusives Stadthotel. Auf dem Weg von Sveti Stefan nach Ulcinj, dem Ziel unserer Reise, wird unser Blick durch zahlreiche Buchten und herrliche Sandstrände angezogen. Nur 7 sm von Budva entfernt treffen wir auf den ehemaligen Fischerort Petrovac, der wie alle Orte an der Küste aus der römischen Epoche stammt. Das mediterrane Klima und wunderschöne Kiesstrände haben aus Petrovac mittlerweile ein bekanntes Seebad mit vielen Pensionen, Villen und Hotels werden lassen. Wir nähern uns nun Bar, einem Ort, an dem die mächtigsten europäischen Religionen und Kulturen eine friedliche Koexistenz fanden (Orthodoxe Kirche, Katholizismus und Islam). Besucher sind fasziniert von Kirchen mit zwei Altären und Friedhöfen, auf denen orthodoxe und katholische Bürger nebeneinander beerdigt wurden. Mittelalterliche Glockentürme wurden in Minarette umgebaut und wieder zurück in Glockentürme. An einem einzigen Bauwerk entdeckt man daher oft eine Mixtur verschiedener Religionen und Kulturen. Ebenso verhält es sich mit den Traditionen der Einwohner. Etliche religiöse Gebräuche werden von orthodoxen, katholischen und muslimischen Anhängern zelebriert (wie das "Kreuz des Heiligen Jovan Vladimir"). Sehenswert ist auch der mehr als 2.000 Jahre alte Olivenbaum in bar.jpgBar, der zu den ältesten Exemplaren Europas gehört. Auf dem Hügel Volujica in der Nähe von Bar errichtete der italienische Funkpionier Guillermo Marconi im Jahre 1904 die erste Radiostation auf dem Balkan und ermöglichte Radioübertragungen über die Adria hinweg. Heute dient die Station Seglern zum Aufbau ihrer Funkverbindung. Langsam kommen wir nun in die Bucht von Ulcinj, in die der Fluß Bojana mündet. Er teilt die Dinarischen Alpen und stellt somit die Grenze zwischen Albanien und Montenegro dar. Von See kommend wird unser erster Eindruck von Ulcinj durch die attraktiven Sandstrände geprägt. In der Valdanos-Bucht verbergen sich 1.300 Meter Sandstrand mit Olivenhainen im Hintergrund - Mittelmeer-Atmosphäre aus dem Bilderbuch. Der Strand von Ulcinj ("Gradska ulcinjska plaza") ist mit seinen 650 Metern ist ebenfalls sehr attraktiv. Der 12 Kilometer lange Velika Strand wird im Sommer von vielen Touristen bevölkert. Außerdem gibt es noch den 4 Kilometer langen Ada Bojana, einen Nacktbadestrand. Die Strände sind nicht das Einzige, was Ulcinj zu bieten hat - die Altstadt muss man ebenfalls gesehen haben. Den Geschichtsbüchern zufolge wurde die Stadt zwischen den 4. und 5. Jahrhundert vor Christus von Georgiern aus Kolhida am Schwarzen Meer (heute: Gagra) gegründet. Hierfür gibt es schriftliche Indizien im Natursteinmauerwerk der Stadtmauern und Fundamente der Altstadt. Auch wenn die Menschen seinerzeit mit verschiedensten Waren handelten, fesselt uns heute der Sklavenmarkt am meisten. ulcijn.jpgDie Legende erzählt, dass der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes jahrelang Sklave in Ulcinj war. Er soll in seinem Hauptwerk "Don Quijote" den Namen der weiblichen Protagonistin Dulcinea nach der Stadt Ulcinj benannt hat (Dolcinium = Ulcinj). Der Mix der Kulturen in Ulcinj brachte verschiedenste Handwerke hervor. Am begehrtesten ist jedoch bis heute die Goldschmiedekunst aus der Stadt geblieben, da hier günstiger, ungewöhnlicher und handgemachte Gold- und Silberschmuck produziert wurde. Ein Stück des Himmels: Ada Bojana Acht Seemeilen südlich von Ulcinj treffen wir auf Ada Bojana, den Endpunkt unseres Segeltörns entlang der insgesamt 300 Kilometer langen Montenegrinischen Küste. Einige Besucher haben Ada Bojana als "ein Stück des Himmels" bezeichnet und genau das ist es! Die Geschichte der Insel begann im Jahre 1858, als ein Schiff namens "Merito" aus dem kroatischen Trogir in den flachen Gewässern strandete. Mit der Zeit schwemmte der hier ins Meer mündende Fluss Unmengen von Treibsand an und die Insel wuchs aus dem Meer. Heute ist sie befestigt und mit mediterraner Vegetation bedeckt. Ada Bojana ist mittlerweile ein bekannter Urlaubsort für FKK-Liebhaber. Übrigens: Während der gesamten Reise hatten wir nordwestliche Winde von 15 bis 17 Knoten. Dies erfrischte uns während der heißen Sommertage und war gleichzeitig dem Segeln sehr förderlich, so dass wir schneller als unter Motor an unser Ziel kamen.

 

Unsere Autoren Stefan Djukanovic und Aleksandar Milakovic leiten die Niederlassung von Montenegro Charter Company in Kotor.

 

 

Quelle: www.montenegrocharter.com 



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