Toern-Praxis Teil 3: Auf in die KORNATEN !

croatia-zadar-marina.jpgZadar ist in vieler Hinsicht ein vielseitiger Ausgangspunkt für einen Segeltörn. Die Stadt ist mit dem Flugzeug leicht zu erreichen und ist selbst schon eine Reise wert. Die neue Autobahn ist fertig und die Kornaten und andere interessante Inseln liegen direkt vor der Tür. Wir haben nur eine Woche Zeit, aber das Segelgebiet lohnt sich, auch für wenige Tage. Der erste Schlag führt uns von Zadar in die Telascica-Bucht, in den Vorhof der eigentlichen Kornaten. Acht km lang ist diese Bucht mit vielen geschützten Liegeplätzen an Bojen. In der Antike war es ein viel genutzter strategisch wichtiger Naturhafen.

Am zweiten Tag machen wir kurz Stop am Gasthaus in der Mir-Bucht und erklimmen die Aussichtsplattform mit einem spektakulären Blick auf die steil ins Meer abfallenden Felsen. Dann geht's hinein in das Gewirr von großen und kleinen Inseln, in die eigentlichen KORNATEN. Spätestens jetzt sollte man die Seekarte aufschlagen, um sich immer darüber klar zu sein, wo man sich gerade befindet. Zuerst lassen wir den Leuchtturm auf der Insel SESTRICA an Steuerbord, um innerhalb des Kornaten-Archipels zu bleiben. Eine unwirkliche und einmalige Szenerie wird immer deutlicher: abgeschliffene, kahle Felseninseln wohin wir blicken. Und da müssen wir zwischendurch? Aber wenn man näher kommt, ist es doch einfacher, als wir anfangs gedacht hatten. Obwohl es noch recht früh am Tage ist, legen wir am Steg eines der kleinen Gasthäuser an, die sich auf mehreren Inseln etabliert haben. Und es war gut so, denn ab 17 Uhr war am Steg kein Platz mehr frei. Wir erkunden die winzige Insel mit einzelnen zerzausten Büschen, die sich an den Boden ducken. Nur um die sieben einfachen Häuschen herum hat man versucht, ein paar Olivenbäumchen zu hegen. Wir steigen etwas höher und sind begeistert von dem herrlichen Blick über das Inselgewirr vor unseren Augen und dazwischen einige Segler, die für die Nacht einen Platz in den Ankerbuchten suchen. Natürlich gehen wir zum Abendessen auf die Terrasse des urigen Restaurants. Einige der deutsch sprechenden Gäste scheinen hier fast zuhause zu sein. Ja, man kann sich dort auch bald ein wenig als Aussteiger auf Zeit fühlen. Was bestellen wir, natürlich Fisch vom offenen Grill und grünen Salat, der, wie auch der Wein, vom Festland geliefert wird. Wir erfahren später, dass fast alles, auch Trinkwasser, mit Schiffen herbeigeschafft werden muss, denn es gibt keine Quellen, eigentlich gibt es gar nichts außer der Landschaft. So sind wir dann auch nicht verwundert, dass der Preis für unser Abendessen höher ausfiel, als wir erwartet hatten. Weiter geht's, heute haben wir 26 sm nach SE zur Marina Kremik am Festland vor uns. Bei relativ stetigem Wind war es ein Vergnügen erster Klasse. Diese Marina hat neue Anlegestege mit verändertem Belegprozedere. "Fender tiefer"! rief uns der Marinero zu, der uns beim Anlegen hilft und "lange Belegleine vorbereiten!" Damit wird das Schiff auch seitlich an einem Zwischensteg festgemacht und so entfällt die Mooring.

kremik-12.jpgEs bleibt uns heute noch viel Zeit mit dem kleinen Bus direkt aus der Marina nach Primosten zu fahren, ein malerisches Städtchen, wie wir gehört hatten. 18 Uhr ist Abfahrt, wir können noch einen Espresso auf der netten Terrasse des Marina-Restaurants genießen und bummeln zurück zum Schiff, um uns für den Abend landfein zu machen. Der Kleinbus fährt pünktlich. In 15 Minuten sind wir in Primosten. Obwohl der Fahrer kein Wort deutsch spricht, vereinbaren wir 9 Uhr für die Rückfahrt, indem wir auf die Uhr zeigen und eine 9 in den Handteller zeichnen. Um den alten Ortteil herum, der wie ein Tropfen ins Meer hinaus hängt, verläuft ein schöner Fußweg, den nehmen wir.

Fürs Abendessen finden wir dicht beim Hafen die Konoba "Maestrale", die mit einer Ihrer Terrassen über den Dächern des Ortes thront, eine herrliche Aussicht auf die Berge und das Meer inklusive. Hier serviert man auch eine große Auswahl an Pizzen, super. Hat gut geschmeckt, satt gemacht und war leicht bezahlbar. Da bleibt in der Schiffskasse noch Geld für ein Glas Wein in der kleinen Weinschenke gegenüber am Platz. Zwei Reihen von Tischen und Bänken laden förmlich ein zu einem Glas einheimischen Wein.

 Skipper, Landtouristen und Einheimische sitzen dicht neben einander, schnell kommt das Gespräch in Gang und der Wein schmeckt. Nicht vergessen, um 9 haben wir den kleinen Bus für die Rückfahrt bestellt. Ein besonderer Tag ist der heutige, wir segeln nach NE, lassen die Insel ZLARIN an Bb und fahren in den Sv.Ante- Kanal ein. Achtung, wir müssen das Signal beachten. Bei Rot kommen größere Schiffe entgegen, die viel Schwell erzeugen. Aber wir haben grün. Vorbei an der herrlichen Kathedrale Sv.Jakov aus dem 15. JH. an Steuerbord, sie soll die schönste im ganzen Lande sein.  Nun beginnt eine sehr interessante und abwechslungsreiche Fahrt teils unter Segel, teils unter Motor nach Skradin. In der Marina legen wir an und sehen schon die Schiffe, die in den Nationalpark fahren. Wir unternehmen einen Spaziergang durch den Ort, den Nationalpark lassen wir uns für morgen. In ca 20 Minuten erreicht man das Ziel. Was uns dann erwartete, hätten wir so nicht gedacht. Die Krka-Wasserfälle stürzen über viele Stufen tiefer und tiefer, dann sammelt sich das Wasser in kleinen Seen, wo man z.T. auch baden kann. Wir nehmen den ausgeschilderten Spazierweg, der teilweise über hölzerne Laufstege führt, hören das unendliche Brausen des Flusses, untermalt vom Gezwitscher tropischer Vögel in einem urwaldähnlichen Grüngürtel entlang der Krka. skradin-3.jpgZurück zur Marina. Hungrig ergattern wir einen Tisch im "Bonac", etwas oberhalb der Marina. Das Restaurant ist bei den Skippern sehr bekannt und beliebt, man sollte besser reservieren (Tel. 022-771 444). Bis zum Sibenik-Kanal geht es auf gleichem Wege, dem Krka-Fluss, zurück. Hier immer rechts halten (Binnenwasserstraße!). Wieder "draußen auf der Adria" halten wir uns zwischen ZLARIN und PRVIC nach Westen und dann nach NW zu Insel MURTER, wo wir heute unser Nachtquartier aufschlagen wollen. Es gibt drei Marinas und natürlich viele Ankerplätze, aber wir gehen heute nach Jezera, denn dort kann man auf einer schönen Terrasse direkt im Hafen exzellent speisen. Der Wirt bereitet nach alter Sitte viele Speisen "unter der Glocke" (im eisernen Topf im Sandbett) auf einer offenen Feuerstelle vor. Wir hatten den Tip von Freunden und haben gestern telefonisch (022-439 296) reserviert: Kalbshaxe unter der Glocke. Ich schwöre: einmalig gut. Der letzte Tag führt uns von MURTER an Biograd vorbei zurück nach Zadar. Wenn man in der Stadtmarina Platz gefunden hat, ist man direkt im Zentrum von Zadar, aber ich bevorzuge eher eine ruhige Marina, die Marina Borik im Norden der großen Bucht. Von hier hat man alle 20 Minuten einen städtischen Bus, der in ca 20 Minuten Zadar Zentrum erreicht. Von dort über die Brücke direkt in die sehenswerte Altstadt. Das Schöne ist, Zadar ist lebendig, ist kein Museum, zadar-lwentor.jpgsondern voll von Menschen, die hier arbeiten, einkaufen oder essen gehen. Wir unternehmen einen Bummel durch 3000 Jahre Geschichte. Vieles ist noch so gut erhalten, dass man sich das Leben von damals gut vorstellen kann. So spazieren wir wie die alten Römer über das Forum aus dem 1.JH. mit einer korinthischen Säule, die bis 1840 als Schandpfahl benutzt wurde, überqueren den "Platz der fünf Brunnen", die bei Belagerungen das Leben der Einwohner gerettet haben und bewundern noch viele schöne Bauten aus früheren Zeiten. Wir beenden unseren Rundgang am Landtor, durch das man in den alten Fischerhafen "Fosa" gelangt. Schon von dem imposanten Steintor (außen mit dem großen Löwen) sieht man das Fischrestaurant "Fosa", wo man auf der Terrasse den Törn Revue passieren lassen kann. Wir schauen den vorbeifahrenden Schiffen nach und träumen vom nächsten Törn in der Adria.

Zum Autor: wolfgang_albrecht_1.jpg

Dr. Wolfgang Albrecht bereist seit Jahrzehnten die Kroatische Adria und gilt als einer der Spezialisten in diesem Bereich. Sein Revierführer Kroatische Adria liegt bereits in der 3-Auflage vor. Mehr zu Dr. Wolfgang Albrecht erfahren Sie auf seiner Webseite:www.kroatische-adria.info



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