Toern-Praxis Teil 1:In einer Woche nach Susak, Ilovik und Rab

veruda_24.jpgIn unserer neuen Rubrik Törn-Empfehlungen möchte Ihnen die Redaktion Adria-News lohnenswerte Segel- und Motorboot Törns in der Kroatischen Adria vorstellen. Besegelt wurde alle diese Reisen von unserem Segel- und Kroatienspezialisten Dr. Wolfgang Albrecht. Einen besonderen Sverice gibt es für registrierte Leser von Adria-News. Dr. Wolfgang Albrecht wir unseren Lesern für eine kostenlose individuelle Törnberatung via e-mail zur Verfügung stehen. Nun aber Leinen los:

Wir hatten im Juni eine Woche Zeit und wollten eine schöne Segelwoche erleben mit Rauschefahrt, hatten aber auch vor, etwas von den Inseln im Kvarner zu sehen. Unser Ausgangshafen ist die Marina Veruda bei Pula, leicht mit dem Auto zu erreichen, fast alles Autobahn bis zur Segelyacht.

Um sechs starten wir in München, denn wir wollen in Pula Station machen und uns die alte römische Stadt mit dem Amphitheater ansehen. Die Rechnung geht auf. Wir haben Zeit für einen interessanten Rundgang durch die Altstadt und gegen fünf treffen wir beim Vercharterer ein. Die Übernahme geht reibungslos vonstatten und um sieben sitzen wir im Marina-Restaurant, das uns als vorzüglich beschrieben wurde und diese Beurteilung auch verdient. Die erste Nacht an Bord war natürlich etwas ungewohnt, aber am anderen Morgen konnten wir unsere Erwartungen an den ersten Tag auf See kaum zügeln. Leinen los! Wir tuckern aus der Veruda-Bucht hinaus auf die Adria und können bald Segel setzen. Mit leichtem Wind aus nördlichen Richtungen geht es nach Süden. Der große Leuchtturm, das Porerfeuer, ist schon gut zu erkennen, wir halten uns von dem recht flachen Gebiet zwischen Feuer und Ufer fern und passieren den Porer auf der Seeseite. Bald frischt der Wind auf und wir rauschen mit vollem Tuch über die offene Kvarner-Bucht, ein herrliches Segelvergnügen. Unser heutiges Ziel ist die maracol.jpgMaracol-Bucht der Insel UNIJE, sie hat jetzt Festmachebojen. Ein schöner Ausgleich ist der Weg zum kleinen Ort oben auf dem Plateau zum einzigen Gasthaus, wo wir zum ersten Mal mit Cevapcici bekannt werden. Zusammen mit ein paar Gläsern offenem Rotwein war das ein Urlaubs-Dinner so ganz nach unserem Geschmack. Gut, dass wir für den Rückweg unsere Taschenlampe mitgenommen haben, es ist recht dunkel auf dem schmalen Weg hinunter zur Bucht, wo das Schiff liegt. Müde fallen wir in unsere Kojen. Klaus hatte den Auftrag, uns zu wecken. 7:30 war es so weit und um acht Uhr steht der Topf Kaffee, Brot, Butter von zuhause und ein Stück kroatischer Käse, den wir in Pula gekauft hatten, auf dem Cockpittisch. Wir haben heute nur einen relativ kurzen Schlag zur Insel Susak geplant, knapp 10 sm. Der Wind ist jedoch recht schwach und motoren wollen wir auch nicht , so haben wir doch fast drei Stunden benötigt. Susak wird in unserem Revierführer als sehr sehenswerte Sandinsel beschrieben. Wir legen in dem kleinen Hafen mit Buganker an und folgen dem Vorschlag aus unserem Buch: Zwischen einem kleinen Haus dicht bei der Konoba Vera, die wir heute Abend besuchen wollen, und einem Ziegenstall geht es einen Hohlweg hinauf zum oberen Teil der Insel. Bald öffnet sich 1.3_konoba.jpgder dicht bewachsene Weg und wir können bis nach LOSINJ sehen. Die Insel besteht ganz aus Sand, ungewöhnlich für die Adria und keiner weiß bis heute ganz genau, wieso. Interessant ist der kleine Friedhof am Weg, wo alle Grabsteine in Glas eingefasste Fotos der Verstorbenen zeigen, eine sehr lebendige Erinnerung, fanden wir. Auf dem Rückweg ins Dorf schnell noch ein Blick in die kleine Kirche mit einem vor hundert Jahren angeschwemmten Kruzifix. Wieder unten nehmen wir Platz an einem Tisch unter dem Spalierdach der Konoba Vera (das haben wir auch aus dem Buch). Wir werden in deutscher Sprache gut beraten und ebenso nett bedient. Gut, dass wir nur noch ein paar Schritte haben zu unserem Schiff (wir konnten dem nur hier trinkbaren Wein der Insel nicht widerstehen). Leicht beschwingt ist jeder schnell in seiner Koje verschwunden. Am dritten Tag besuchen wir Mali Losinj, die Stadt am Ende der großen Bucht, wo manchmal prächtige Yachten von Staatsgästen anlegen und Frachtschiffe zur Überholung im Trockendock der großen Werft liegen. Heute ist es ruhiger, wir finden am stadtseitigen Ufer einen Platz und haben vor, nur einzukaufen, denn unser heutiges Ziel ist eigentlich die Blumeninsel ILOVIK. Nach zwei Stunden geht es unter Motor zurück zur Buchtausfahrt, dann können wir bald Segel setzen und haben guten Wind für unseren Kurs zur Insel ILOVIK. Zwischen der Hauptinsel und der Friedhofsinsel sind viele Festmachebojen ausgelegt. Wir finden eine, an der wir ohne Probleme festmachen können. Heute bleiben wir an Bord. Vor dem Essen wollen wir versuchen, ob das Wasser zum Baden einlädt, ja, es lädt ein. Wir schwimmen im Meer! Zum Abend wird die Wurst von zuhause aufgeschnitten, dazu eine gute Flasche Roten aus Mali Losinj und Käse, er soll von der Insel PAG stammen. In der Zwischenzeit ist es schon dunkel geworden und die Schafe stimmen ganz leise ihr markantes Rufen an. Ich sitze auf dem Vorschiff und genieße eine der drei guten Zigarren, die ich mir für diesen Törn gegönnt habe. Als Absacker gibt es einen Slibowitz, den Klaus eigentlich mit nach Hause nehmen wollte. Aber der laue Abend hat diesen Tribut gefordert. Der heutige Schlag geht nach Rab, ca 20 sm in östliche Richtung. Hier gönnen wir uns einen Ruhetag, denn es gibt viel zu sehen, in der faszinierenden Stadt mit einer langen Geschichte: 1.1_rab_marina.jpgSchon bei der Anfahrt beeindrucken uns die markanten Türme der Kathedrale und der anderen Kirchen, die z.T. aus dem 11. Jahrhundert stammen. Wir sind heute zu geschafft für die Stadt, die lassen wir uns für morgen.Klar Schiff heißt die Devise und nur noch ein kurzer Spaziergang zu einer ruhigen Wirtschaft. Wie gerufen verteilt ein Junge am Steg kleine Handzettel, auf dem für das urige Gasthaus "Adria" geworben wird und 10% Rabatt sollen wir auch erhalten, wenn wir den Zettel mitbringen. Also los. Vom Steg in Richtung Rezeption, dann nach rechts und die erste Straße nach links hinauf. Da sehen wir schon das Schild "Adria-Grill", ein Gasthaus so ganz nach unserem Geschmack: ruhig gelgen, unter hohen Bäumen mit einer Terrasse im ersten Stock. Wir bestellen wieder offenen Wein, mit dem lokalen Wein sind wir bisher immer gut gefahren. Morgen, ein Tag ohne segeln, an dem wir die Stadt Rab für uns erobern wollen. Dazu lesen wir beim Frühstück, das wir auf der Terrasse vor der Marina-Rezeption einnehmen, was man alles gesehen haben muss. Zum Glück liegt alles dicht beisammen drüben in der alten Stadt. Natürlich werden wir die Basilika besuchen, das ist ein Muss und weiter auf römischem Pflaster wandeln, das 2000 Jahre alt ist. Wir kommen auch vorbei am Cernota-Palast. Durch ein beeindruckendes rab_34.jpgSteintor sehen wir direkt in den antiken Hof mit einer Pizzeria, wo man dem Pizzameister zuschauen kann. Das merken wir uns für den heutigen Abend vor. Nach kurzem Weg sind wir schon auf der oberen Straße angekommen mit Blick nach Westen, wohin uns der Törn morgen führen wird. Ein wenig weiter nach rechts erreichen wir den Komrcar-Park mit alten Pinien, Eichen und Zypressen, wo wir im Schatten verweilen, bis es Zeit wird für das Abendessen. Der Törn zurück führt wieder an der Südspitze von CRES vorbei zum Fischerort Nerezine im Losinski Kanal. Kurz vor der Tankstelle sieht man sehr bald die Einfahrt in den Sporthafen mit Strom und Wasser an den Stegen. Hier genießen wir nach dem heute doch recht kabbeligen Schlag die Ruhe in einem Wirtsgarten mit dem Namen "Skipper". Hier ist Fisch vom Grill angesagt, frisch und herrlich im Geschmack. Morgen heißt es früh raus, denn um 9 Uhr öffnet der Osor-Kanal an der Trennungslinie der Inseln CRES und LOSINJ, da müssen wir durch, um Veruda anzulaufen. Kein Problem für uns denn wir haben den Kanal fast in Sichtweite. Wir sind nicht die einzigen, die nach Norden wollen, in schneller Folge sehen wir kleine und größere Segel- und auch Motorschiffe, die den Osor-Kanal als Ziel haben. Aus dem Revierführer haben wir entnommen, dass wir bei der Anfahrt von Süden her die roten Baken dicht an Backbord lassen müssen, denn das Wasser wird sozor_4.jpgchnell flach. Bei langsamer Fahrt sehen wir schon, die Brücke, die beide Inseln verbindet, wird zur Seite geschwenkt und wir können im "Gänsemarsch" den 150 m langen Kanal durchfahren, begrüßt von den Menschen, die hier einige Minuten warten müssen. Mit nordwestlichem Kurs können wir die Südspitze von Istrien direkt ansteuern, heute allerdings hoch am Wind, das heißt mit viel Lage durch die Wellen.Recht geschafft, aber voller neuer Eindrücke erreichen wir am Nachmittag die Marina Veruda, unseren Ausgangshafen. Eins steht fest: wir kommen wieder.

Zum Autor: wolfgang_albrecht_1.jpg

Dr. Wolfgang Albrecht bereist seit Jahrzehnten die Kroatische Adria und gilt als einer der Spezialisten in diesem Bereich. Sein Revierführer Kroatische Adria liegt bereits in der 3-Auflage vor. Mehr zu Dr. Wolfgang Albrecht erfahren Sie auf seiner Webseite:www.kroatische-adria.info



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