Gebrauchtbootkauf: Drei Fallbeispiele

In der Regel wechseln zu Beginn einer jeder Saison die meisten Gebrauchtboote Ihren Besitzer. Um unseren Lesern manche Fallstricke beim Bootskauf vor Augen zu führen, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Wassersportwirtschaft drei Beispiele für den Bootskauf zusammengestellt:

 

1. Kauf beim zertifiziertem Fachandel

Die Zertifizierung gilt als optimaler Weg, um das Qualitätsniveau eines Unternehmens zu überprüfen. Dabei wird anhand einer Vorgabe geprüft, ob Standards eingehalten werden. Bereits 2004 hatte der Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. zahlreiche Betriebe der Branche auszeichnen können. Für die Jahre 2007 – 2009 haben sich erneut fast 50 Fachbetriebe der Prüfung durch das neutrale, akkreditierte Zertifizierungsunternehmen IMCI (International Marine Certification Institute) gestellt. Der grosse Vorteil liegt klar auf der Hand.

- Sie kaufen ein komplett durchgechecktes Boot mit Garantie. Dies verspricht einen unbekümmerten Start in die Saison.

- Nachteil: In der Regel werden die Boote etwas teurer als der Marktpreis angeboten, aber schliesslich hat der Händler auch die Kosten des Check-Up als auch die der Garantie zu tragen.

 

2. Kauf beim Deutschen/EU-Händler

Sie wollen ein Gebrauchtboot von einem Deutschen/EU Händler kaufen. Das Boot befindet sich in Deutschland/EU und wurde durch den Händler importiert. In diesem Fall sind folgende Punkte für Sie wichtig:

• Der Kaufvertrag kommt zwischen Ihnen und dem deutschen Händler zustande.

• Da sich das Boot in Deutschland/EU befindet, haben Sie die Möglichkeit, das Objekt genau in Augenschein zu nehmen und gegebenenfalls gemeinsam mit einem Boots- und Yachtsachverständigen zu besichtigen.

• Der Händler hat das Boot importiert. Er ist daher verpflichtet, Ihnen die Yacht zu einem Endpreis (einschließlich Transport, Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer) frei Übergabeort anzubieten. Bitte achten Sie darauf, dass der Übergabeort genau bestimmt wird.

• Kommt das Boot aus einem Nicht-EU-Staat (Drittland), also z.B. aus den Vereinigten Staaten, muss das Boot der 10. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) entsprechen. Dies ist bei Gebrauchtbooten aus Drittstaaten selten der Fall. Üblicherweise befindet sich die Konformitätserklärung im "Handbuch für Schiffsführer", das Ihnen in Deutscher/EU Sprache ausgehändigt werden muss. Für die CE-Konformität und die Erstellung des Handbuches ist der Importeur zuständig.

• Für mögliche Gewährleistungsansprüche steht das Deutsche/EU Unternehmen zur Verfügung. Bei neuen und gebrauchten Booten beträgt die Gewährleistungsdauer zwei Jahre. Bei gebrauchten Booten kann die Dauer auf ein Jahr verkürzt werden.

Achtung!

Kaufen Sie kein Boot ohne Konformitätserklärung. Gemäß § 4a der Binnenschiffs-Untersuchungsordnung dürfen Sie ein Boot ohne CE-Konformität nicht in Betrieb nehmen.

 

3. Kauf in einem Drittland ausserhalb der EU ( z.B.: Kroatien)

Ein Deutsches/EU Unternehmen vermittelt Ihnen ein Gebrauchtboot aus einen Drittland. Das Deutsche/EU Unternehmen wird lediglich als Makler tätig, übernimmt aber in Ihrem Auftrag die Organisation des Transportes sowie die Verzollung und die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer. In diesem Fall sollten Sie Folgendes beachten:

• Der Kaufvertrag kommt zwischen Ihnen und dem ausländischen Unternehmen zustande. Das deutsche Unternehmen wirkt lediglich als Makler und leitet den Kaufpreis (abzüglich einer Provision) an das ausländische Unternehmen weiter.

• Eine Besichtigung des Bootes ist nur im EU-Ausland möglich.

• Im vorliegenden Fall gelten Sie persönlich als EU-Importeur. Üblicherweise verfügen Gebrauchtboote, die Sie von einem Händler in den USA oder in einem anderen Land außerhalb der EU kaufen, nicht über die notwendige EU-Konformität. Als EU-Importeur sind Sie dafür verantwortlich, dass das Boot vor der ersten Inbetriebnahme innerhalb der EU der 10. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) entspricht. Dazu müssen Sie ein akkreditiertes Zertifizierungsunternehmen (Benannte Stelle) einschalten. Das Boot muss besichtigt und einem "Post Construction Assessment" unterzogen werden. Gegebenenfalls müssen Änderungen am Boot vorgenommen werden. Dieses vorgeschriebene Verfahren ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Die für das Assessment notwendigen technischen Unterlagen müssen von Ihnen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sind Sie verpflichtet, das "Handbuch für Schiffsführer zu erstellen bzw. erstellen zu lassen.

• Mögliche Gewährleistungsansprüche haben Sie gegen das ausländische Unternehmen. Gegebenenfalls müssen Ansprüche gerichtlich im Ausland durchgesetzt werden.

 

Sehen Sie bitte auch unseren Artikel über Gebrauchtbootkauf

 

Quelle: www.bwvs.de - AN



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