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Opatija: Kurtradition der österreichischen Monarchie
Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) nicht mit seiner Geliebten nach Opatija gekommen wäre und der Burgschauspielerin Katharina dort ein Liebesnest in Form einer schmucken Villa gebaut hätte.
Die kroatische Stadt in der Kvarner Bucht (nördlich der Adria-Insel Krk) zählte damals zu Österreich-Ungarn und der Herrscher der k.u.k-Monarchie, deren Spuren auch heute noch an vielen Bauten abzulesen sind, dürfte angenehme Tage (und Nächte) in Opatija verbracht haben – während sich seine Gattin Elisabeth (genannt Sissi) derweil am Genfer See mit Schweizer Offizieren vergnügte.
Kurort per kaiserlichem Dekret
So wundert es nicht, dass Opatija per kaiserlichem Dekret 1889
offiziell Kurort wurde. Allerdings geschah dies mit einiger
Berechtigung, denn die liebliche Adria-Stadt bietet mit ihren
klimatischen Bedingungen beste Voraussetzungen für gesundheitsfördernde
Erholung (sofern man nicht eine kaiserliche Geliebte zu versorgen hat):
Selbst im Winter liegt die Durchschnittstemperatur bei 13,2 Grad
(landesweit sind es in Kroatien sieben Grad), im Frühjahr sind es 15,9
und im Sommer angenehme 20 Grad, wobei die Bora (ein starker Wind) die
Schwüle vertreibt.
So
konnte sich im Schatten des 1400 Meter hohen Berges Uãka – heute ein
Naturpark – ein Mikroklima mit subtropischer Vegetation bilden, die
noch heute Urlauber erfreut. Palmen, Bananenbäume (allerdings ohne
Frucht), Magnolien, Mispeln, grüne Agaven und Lorbeer sind überall im
Stadtbild zu finden.
Sachertorte als "Importschlager"
Die Saison in Opatija währte damals vom Herbstanfang bis zum späten Frühjahr. In dieser Zeit ließen sich die Kurgäste, darunter Monarchen, andere Adelige und begüterte Bürger von den zahllosen Ärzten behandeln, die sich dort niedergelassen hatten. Und wo Prominente sind, kommen weitere dazu, bauen Häuser und lassen es sich gut gehen. Betuchte ließen sich sogar frische Sachertorten schicken, nachdem 1873 eine Zugverbindung Wien-Opatija eingeweiht worden war. In 13 Stunden war die begehrte Kalorienbombe aus der Hauptstadt da.
Keine Hotel-Neubauten erlaubt
Rigide Bauvorschriften und strenge naturschutzrechtliche Auflagen sorgen beispielsweise dafür, dass vielerorts in der Kvarner Bucht keine neuen Hotels gebaut werden dürfen; allenfalls den Standard hebende Umbauten (drei statt zwei oder vier statt drei Sterne) sind erlaubt. Qualität statt Quantität ist die Devise. Manchmal weniger, aber größere Zimmer sind das Ergebnis solcher Umbauten. Arthritis, Rheuma, Asthma, Diabetes und Ischias – das sind nur einige Indikationen, die in der Kvarner Bucht behandelt werden können. Allein die mondäne 12 000-Einwohner-Stadt Opatija verfügt über 50 Hotels – von einfach und bequem bis zur Fünf-Sterne-Kategorie. Dazu kommen unzählige Privatquartiere.
Preise auf deutschem Niveau
Von der einfachen Massage bis zum luxuriösen Event – die Privatsauna für vier Personen mit Champagner, Massage, Obst und Schokolade kostet für dreieinhalb Stunden umgerechnet etwa 73 Euro – ist alles möglich. Generell liegen die Preis nahe des deutschen Niveaus. Ob sich aber Deutsche in nennenswerter Zahl zu einem Kururlaub entschließen werden, erscheint zweifelhaft: Zuschüsse von den deutsche Kassen dafür zu bekommen, dürfte schwierig sein und Selbstzahler werden wohl eher auf heimatnähere und etabliertere Orte setzen. Reine Wellness-Urlauber dürften dagegen leichter zu gewinnen sein, denn die Region bietet neben den überall entstehenden SPA-Abteilungen und Freizeit-Sauna-Landschaften eine Menge traditionelle Sommer-Urlaubsfreuden für jeden Geschmack.
Wellness seit 1906
Aber auch die Wellness-Angebote sind hochwertig. Dem Wiener Chefredakteur Emil Geistlich, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach einem Urlaub in Baska im Jahr darauf über 600 Mitreisende in die Stadt brachte und als Begründer des dortigen Tourismus gilt, hat man ein Denkmal gesetzt.
Hinweis für Skipper: In der ACI-Marina von Opatija gibt es in der Regel ausreichende Liegeplätze für einen 2-Tagesbesuch im früheren kaiserlichen Kurort.
AN-Redaktion Porec
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